Guten Abend,
das Thema MLD bei Pilzinfektion beschäftigt mich als Therapeutin schon eine ganze Weile. Natürlich gelten Infektionen mit pathogenen Keimen als absolute Kontraindikationen für die MLD.
Bei der Pilzinfektion habe ich allerdings in der Literatur verschiedene Meinungen gelesen. Manche Autoren sprechen von einer lokalen Kontraindikation, d.h. der betroffene Bereich soll bei der MLD ausgespart werden, die MLD ist aber grundsätzlich erlaubt.
Auch in den Leitlinien für das Lymphödem erscheinen Hautinfektionen als relative Kontraindikation, ohne das dies näher ausgeführt wird.
Für mich wäre nun wichtig zu wissen: Darf ich einen Patienten, der in der Therapiesituation Symptome einer Pilzinfektion (oder einer sonstigen Infektion der Haut) bei seinem Behandlungstermin zeigt, mit MLD behandeln und den auffäligen Bereich aussparen oder ist mir in dieser Situation eine Behandlung untersagt? Viele Patienten sehen selbst ihre Pilzinfektion nicht (z.B. in Hautfalten) und kommen mit der Infektion zur Therapie.
Außer Frage steht natürlich, dass ich den Patienten im Anschluss zur weiteren Abklärung zum Arzt schicke und mich in der Folge an die Weisungen des behandelnden Arztes halte.
Und: Darf ich den Patienten bei begonnener antimykotischer Therapie wieder "ganz normal" behandeln oder gibt es hier Einschränkungen?
Ich freue mich sehr über fachliche Rückmeldungen!