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Kompressionsklasse 4

  • BrigitteK
  • 27. April 2026 um 22:39
1. offizieller Beitrag
  • BrigitteK
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    • 27. April 2026 um 22:39
    • #1

    Ich bin 59 Jahre alt und habe seit etwa 6 Jahre ein wohl primäres Lymphödem des rechten Beins. Anfang 2025 verschlechterte sich dieses trotz brav getragener Kompression zusehends, daher ließ ich mir nach der Lymphdrainage jeweils Kompressionsbandagierung anlegen. Beim Walken bekam ich dadurch eine Blase an der Ferse. Diese war wohl die Eintrittspforte für Keime, im Mai bekam ich ein Erysipel des rechten unteren Quadranten mit Sepsis. Auch nach dem Krankenhausaufenthalt verschlechterte sich das Lymphödem weiter, schließlich durfte ich im Herbst letzten Jahres zur Reha in die Földi-Klinik. In 4 Wochen verlor mein Bein 2,3 Liter. Ich bekam eine Kompressionsstrumpfhose mit KKL 3 am rechten Bein, doch schon auf der Heimfahrt merkte ich, dass mein Bein wieder anfing, voll zu laufen. Nun trage ich über der Strumpfhose noch einen Strumpf der KKL 2, aber auch damit läuft das Bein voll! Ich nutze den Lymphamaten und trage meine Kompression immer. Nachts trage ich seit der Reha den "Comfiwave". Ich gehe 2xwtl. zur Lymphdrainage, bandagiere mein Bein regelmäßig, aber egal was ich mache, anschließend läuft es schnell wieder zu. Daher schickte mich meine Lymphologin zum plastischen Chirurgen in die Sana Klinik Offenbach. Mir wurde eine lymphovenöse Anastomosen-OP in Aussicht gestellt. Daher wurde eine Lymphabfluss-Szintigraphie durchgeführt. Das Ergebnis: "rechtsseitig kein nennenswerter Lymphabfluss aus den in Kontrollaufnahme regelrecht zur Darstellung kommenden Tracer-Depots". Der Besprechungstermin dieses Befunds beim plastischen Chirurgen steht noch aus, ich fürchte jedoch, dass eine OP in diesem Fall obsolet ist.

    Nun meine eigentliche Frage: gibt es Erfahrungen mit der Kompressionsklasse 4? Mein Sanitätshaus will mir partout keine Kompressionsversorgung dieser Stärke anfertigen, sie hätten das noch nie gehabt.

  • Uli29
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    • 28. April 2026 um 05:27
    • Offizieller Beitrag
    • #2

    Kkl 3 und kkl2 übereinander ist mehr als Kkl 4. Ich habe ein paar Jahre KKL4 getragen, Es gibt Abweichungen beim Ausmessen, dadurch gab es am Anfang Probleme, bei Medi 550, und mehrere Reklamationen.
    Ich bin froh, dass ich von 4 auf 3 zurückkonnte, 4 empfand ich als sehr unangenehm.

    Der ComfiWafe hat nur KKL 1, vielleicht kannst du den nachts überbandagieren?

    Freundliche Grüße

    Uli29

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  • kasimir
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    • 28. April 2026 um 07:46
    • Offizieller Beitrag
    • #3
    Zitat von BrigitteK

    Mein Sanitätshaus will mir partout keine Kompressionsversorgung dieser Stärke anfertigen, sie hätten das noch nie gehabt.

    Hallo BrigitteK,

    Was schlägt denn dein Sanitätshaus stattdessen vor ?

    Was trägst Du zur Zeit denn für eine Qualität? In welcher Länge und Kkl? Vielleicht gibt es auch da Steigerungsmöglichkeiten oder Kombinationen ?

    Gibt es einen bestimmten Bereich der,,nachläuft,, ?

    Die Klasse 4 ist sicher nicht die Regel, aber hat aber seine Berechtigung und ist nicht selten notwendig. Die Steigerung sollte immer in kleinen Schritten erfolgen. Läuft es beim Bandagieren nach?

    Viele Grüße kasimir

    Fachberaterin Lymphologie und Phlebologie

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  • Dr. Martin
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    • 28. April 2026 um 12:15
    • #4

    Auch meinerseits die Empfehlung Kl3 plus 2 besser und wirksamer als Kompr,Kl.4

    Mit freundlichen Grüßen

    Dr. Peter Martin

    Chefarzt Földiklinik i.R.
    Hinterzarten
    Földiklinik Tel. 07652-124-0
    https://www.foeldiklinik.de/

  • Iso
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    • 28. April 2026 um 13:40
    • #5

    Hast du es schon einmal mit einer adaptiven Kompression (medi circaid juxtafit) probiert? Damit habe ich die besten Erfahrungen gemacht. Man kann diese über die Flachstrickbestrumpfung anlegen.

  • BrigitteK
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    • 28. April 2026 um 15:28
    • #6

    Ich trage aktuell eine Strumpfhose von Jobst " Elvarex" mit KKL 3 rechts und KKL 2 am linken Bein und Zehenkappe rechts von der gleichen Marke. Darüber rechts einen Kompressionsstrumpf "Mediven Cosy" KKL 2. Am schlimmsten läuft der Unterschenkel voll. Der spannt dann ganz unangenehm und es wird schwierig, das Knie zu beugen. Vom Sanitätshaus wurde vorgeschlagen, darüber noch Easy Wrap zu tragen. Das finde ich als "sozial unverträglich" und im Sommer zu warm. Bandagiert läuft mein Bein nicht nach, allerdings habe ich dann oft Probleme mit der Tibialis-anterior-Sehne. Ich werde gleich heute Abend mal über den Comfiwave bandagieren. Schon mal herzlichen Dank für die spontanen Antworten!

  • kasimir
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    • 28. April 2026 um 17:39
    • Offizieller Beitrag
    • #7

    Hallo BrigitteK.

    Vielen Dank für die weiteren Informationen.

    Für eine Doppelversorgung mit stabilerer Wand und mehr Druck wäre es z.B Versorgungen in medi 550 oder Elvarex in KKL 2 oder 3 oder 3 forte möglich. Der cosy von medi oder der Elvarex soft ist von der Wandstabilität eher flexibler und schwächer.

    Je nach Ödemverteilung, Gewebe und Körperform muss auch überlegt werden, welcher Strumpf in welcher Länge, Material und Stärke zuerst angezogen wird. Es hat alles Vor -und Nachteile und eine pauschale Aussage ist nur schwer möglich. Die Auswahl an Zusätzen kann das Tragen ebenfalls erleichtern.

    Viele Grüße kasimir

    Fachberaterin Lymphologie und Phlebologie

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  • Irmgard
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    • 10. Juni 2026 um 14:22
    • #8

    ich habe genau das gleiche Problem. Mein Ödem hab ich seit 35 Jahren. Ich habe das mittlerweile einigermaßen im Griff, allerdings wird das rechte Bein nach und nach doch immer voluminöser, aber über die Jahre hinweg ist das für mich akzeptabel. Ich behandle es folgendermaßen:

    • 3x wöchentlich 60 Minuten Lymphdrainage
    • Rechts 3 Schichten Kompression (Strumpfhose Kl3, langer Strumpf Kl2 und über Wade und Knie nochmal Kl 3). Das ging schon viele Jahre gut. Kl4 hatte ich einmal - das ist so schwer anzuziehen, das belastet die Hände auf Dauer zu sehr.
    • mir hilft auch Fahrradfahren. 10-20 km pro Tag, ist schon fast wie eine kleine Lymphdrainage.
  • Uli29
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    • 10. Juni 2026 um 14:30
    • Offizieller Beitrag
    • #9

    Irmgard, wirst du nie bandagiert?

    Kennst du adaptive Kompression über dem Strumpf während der Radtour?

    Wirst du regelmäßig stationär entstaut in einer lymphologischen Fachklinik?

    Freundliche Grüße

    Uli29

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  • Irmgard
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    • 10. Juni 2026 um 15:19
    • #10

    ich war zweimal bei Földi stationär, das ist aber schon lange her (über 15 Jahre). Müsste eigentlich mal wieder, aber scheue die Antragsstellung bei der Krankenkasse. Das ambulante Bandagieren lassen hab ich aufgegeben, das ist einfach nicht fest genug. Früher hab ich das selbst gemacht, das hatte gut geklappt, aber jetzt hab ich Arthrose in den Händen und bin froh, die Strümpfe noch anziehen zu können. Da auch meine rechte Pohälfte dick ist hab ich auch etwas Angst vor dem Entstauen des Beines, weil man den Po ja nicht so richtig komprimieren kann.

    Adaptive Kompression kenn ich noch nicht, aber auch da wüsste ich nicht wie ich verhindern soll, dass alles in Bauch / Po gedrückt wird und sich dann dort staut. Wer würde mir das denn verschreiben, und wird das auf die Kompression draufgesetzt?

  • Uli29
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    • 10. Juni 2026 um 15:27
    • Offizieller Beitrag
    • #11

    für den Po hab ich in der Földiklinik eine Bermuda bekommen.

    Adaptive kompression könnte man dort eventuell ausprobieren.

    Die adaptive Kompression von Medi bzw Juzo hat eine Hilfsmittelnummer und kann verordnet werden. Wer verordnet dir MLD bzw Strümpfe?

    Freundliche Grüße

    Uli29

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    • 10. Juni 2026 um 15:31
    • Offizieller Beitrag
    • #12
    Zitat von Uli29

    Die adaptive Kompression

    Wickelverbände
    Infos zu Wickelverbänden: Anwendung, Technik und Tipps für die Kompressionstherapie bei Lymph- und Lipödemen. Unterstützung für den Alltag.
    www.lymphnetzwerk.de

    Die Hersteller haben alle eine Hilfsmittelnummer, sind verordnungsfähig.

    Freundliche Grüße CR1
    Christiana Rothhardt
    http://www.lymphnetzwerk.de

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  • Uli29
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    • 10. Juni 2026 um 16:00
    • Offizieller Beitrag
    • #13

    ich war auf dem DGPL in Salzburg im September 2025: dort wurde uns mitgeteilt, dass die adaptive Kompression zu einem Paradigmenwechsel in der Lymphologie geführt hat. Für schwierig zu bandagierende Beine bieten sie vielfältige neue Lösungen. Sie sind für Pflegedienste viel leichter anzulegen.

    Patienten können sie abends alleine abnehmen .

    Ich finde es besser, solche Produkte in den wöchentlichen Ablauf einzubinden, vielleicht auch für halbe Tage während Phasen mit viel Bewegung, als immer witer die Kompressionsklasse zu erhöhen.

    Durch stationäre Entstauung, durch Bandagierung, durch adaptive Kompression, durch unruhige Oberflächen hat man die Chance, Fibrosen zu reduzieren.

    Nur höhere Drucke, und das ist ja das Übereinander- Anziehen von drei Strümpfen, dadurch entstehen möglicherweise auch andere neue Probleme.

    Freundliche Grüße

    Uli29

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  • Irmgard
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    • 10. Juni 2026 um 16:09
    • #14
    Zitat von Uli29

    Nur höhere Drucke, und das ist ja das Übereinander- Anziehen von drei Strümpfen, dadurch entstehen möglicherweise auch andere neue Probleme.

    Da hast Du absolut Recht, optimal ist das definitiv nicht. Morgen kommt meine Strumpf-Messerin, weil ich wieder neue Kompression brauche, ich werde sie mal darauf ansprechen. Sie weiß da sicher mehr. Sie kann mir dann sicher auch sagen, was mein Arzt verordnen muss und wie man das anlegt. Ich muss das schon selber machen können, aber ich denke das kriege ich hin. Ich hoffe damit kann man Fahrrad fahren.

  • Irmgard
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    • 10. Juni 2026 um 16:11
    • #15
    Zitat von Uli29

    für den Po hab ich in der Földiklinik eine Bermuda bekommen.

    hatt ich damals auch, aber die hat nicht wirklich komprimiert. Sie war so weit, dass ich die Beine locker über die Bandagen bekommen habe und am Bauch hat sie praktisch gar nicht angelegen. Aber vielleicht sollte ich doch nochmal einen Versuch mit der Klinik wagen, es hat sich ja so viel getan in der Zwischenzeit wie ich sehe.... Danke Dir für die Infos!

  • Uli29
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    • 10. Juni 2026 um 18:08
    • Offizieller Beitrag
    • #16

    die Bermuda kann ja im Vorfeld maßgefertigt werden


    ich habe eine wunderbare von Medi Cosy. die brauche ich im alltag gar nicht, aber in der földiklinik ist das prima, besser als die Leihbermuda

    Freundliche Grüße

    Uli29

    Einmal editiert, zuletzt von Uli29 (10. Juni 2026 um 20:55)

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  • Ralph
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    • 25. Juni 2026 um 07:25
    • #17
    Zitat von Irmgard

    ich habe genau das gleiche Problem. Mein Ödem hab ich seit 35 Jahren. Ich habe das mittlerweile einigermaßen im Griff, allerdings wird das rechte Bein nach und nach doch immer voluminöser, aber über die Jahre hinweg ist das für mich akzeptabel. Ich behandle es folgendermaßen:

    • 3x wöchentlich 60 Minuten Lymphdrainage
    • Rechts 3 Schichten Kompression (Strumpfhose Kl3, langer Strumpf Kl2 und über Wade und Knie nochmal Kl 3). Das ging schon viele Jahre gut. Kl4 hatte ich einmal - das ist so schwer anzuziehen, das belastet die Hände auf Dauer zu sehr.
    • mir hilft auch Fahrradfahren. 10-20 km pro Tag, ist schon fast wie eine kleine Lymphdrainage.

    Meine Güte, ist man denn in der Lage überhaupt die Beine noch zu bewegen? Wenn ich mir das Bild davor Stelle ist es ja schon fast wie ein Gipsverband. Das keine andere Alternative Fragezeichen oder eine Kompression die Alters umfasst was du in mehreren Schichten dort benötigst

    Mit herzlichen Grüßen

    Ralph

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