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Pro und Contra MR Lymphografie

  • Vivien
  • 30. Juli 2026 um 15:25
1. offizieller Beitrag
  • Vivien
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    • 30. Juli 2026 um 15:25
    • #1

    Liebes Forum,

    Ich bin 42 Jahre alt und leide seit 15 Jahren an einem primären Lymphödem im linken Bein. Auf den ersten Blick würde man mich wahrscheinlich als toll therapiert bezeichnen. Also das Bein und Gewebe sind in einem guten Zustand. Bestrumpfung und Lymphdrainage wurden immer durchgehend getragen und ausgeführt. Dennoch nimmt die Krankheit einen immensen Teil in meinem Leben ein. Dafür dass das Bein so aussieht wie es ist, muss ich viel tun, Pausen, Eigenbehandlung ect (ihr kennt es!)

    Mein größtes Problem ist nicht das Ödem und die Bestrumpfung, daran hab ich mich natürlich über die Jahre gewöhnt, sondern die sich immer mehr häufenden Komplikationen. Zysten zwischen den Zehen, Zysten die drohen sich zu öffnen und eine Wundrose zu verursachen, kleine Verletzungen die neuerdings ohne Fremdeinwirkung auftreten, Ausschläge bei Sport und Reibung, Temperaturprobleme. Tagsüber oft blaue viel zu kalte Zehen, Nachmittag sehr überhitze und rote Zehen und Vorderfußbereich. Um diese Komplikationen und den Gesamtzustand zu verbessern, habe ich auch im März letzten Jahres einen Lymphknotentransfer vom Hals rechts in die Leiste links durchführen lassen. Bisher rund 1,5 Jahre später spüre ich immernoch keine Verbesserung.

    Ich frage mich, ob mich eine MR-Lymphografie in Bonn weiterbringen könnte. Mir ist nur nicht ganz klar ob das mehr Aufschluss geben könnte darüber, was ich noch mehr tun könnte. Denkt ihr dass diese Untersuchung nur Sinn macht für die Planung einer LVA oder kann sie auch unabhängig davon mehr Aufschluss geben sowohl eine genauere Diagnostik als auch bessere Behandlung…? Ich habe es bisher immer vermieden weil ich Angst vor der Ausbildung weiterer Lymphbläschen habe und auch Bedenken durch die Einstiche ein Erysipel zu bekommen.

    Wie sind eure Erfahrungen mit der Untersuchung, was hat sie euch gebracht, gab es einen Erkenntnisgewinn über die Erkrankung? Und habt ihr im Nachhinein Komplikationen erlebt an den Einstichstellen des Kontrasmittels? Wie lief die Behandlung ab und würdet ihr es weiterempfehlen?

    Ich danke vielmals für eure Einschätzung und Erfahrungen!
    Liebe Grüße, Vivien

  • Uli29
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    • 30. Juli 2026 um 15:56
    • Offizieller Beitrag
    • #2

    Ein Kontrastmittel-MRT einfach nur mal so ohne Fragestellung würde ich nicht machen lassen.

    Wer hat diesen Lymphknotentransfer bei dir durchgeführt?

    Freundliche Grüße

    Uli29

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    • 31. Juli 2026 um 14:08
    • #3

    Naja ganz ohne Fragestellung würde ich nicht sagen. Ich weiß nicht wie es euch geht, aber die Diagnose primäres Lymphödem hat ja schon immer etwas unbefriedigendes weil man ja auch nicht ganz genau weiß was los ist. Fehlbildung der Gefäße ist anzunehmen, aber welche Art der Fehlbildung…?

    Bei mir besteht immer die Hoffnung dass ein Blick ins Innere doch etwas mehr Klarheit bringt und im besten Fall auch sinnvoll für weitere und gezieltere Behandlungsmöglichkeiten ist. Die Frage ist nur- ist es das tatsächlich oder kann man mit dem Ergebnis einer MR-Lymphografie garnicht so viel anfangen?

    Den Lymphknotentransfer hat Dr. Aung durchgeführt.

  • Uli29
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    • 31. Juli 2026 um 15:00
    • Offizieller Beitrag
    • #4

    Du warst ja bei Dr Aung, einem der führenden Lymphgefäß-Chirurgen in Deutschland.

    was hat vor dem Lymphknotentransfer den Ausschlag gegeben, diesen Eingriff durchzuführen und nicht eine LVA?

    Was wurde damals an bildgebenden Verfahren durchgeführt? Aus Gründen der Vergleichbarbarkeit würde ich ja das damalige Verfahren am gleichen Ort wiederholen.


    Ich kann dich sehr gut verstehen, bei einem primären Lymphödem weitere Diagnostik zu veranlassen. Ich habe es ja auch gemacht bzw bin ich noch dabei. Wenn die Indikation für die Untersuchung etwas „wackelig“ ist ist es in meinen Augen sehr wichtig, sich selbst gut in das Thema einzuarbeiten. Ich habe leider die Erfahrung gemacht, dass die Bereitschaft, die Befunde zu erklären durch die Spezialisten bei wackeliger Indikation eher eingeschränkt ist. Und ohne Risiko sind die Untersuchungen leider nicht.

    Freundliche Grüße

    Uli29

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  • Vivien
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    • 31. Juli 2026 um 18:13
    • #5

    Verstehe, danke für deine Einschätzung!
    Und welche Risiken meinst du?
    Denkst du meine Bedenken sind berechtigt?

    Es wurde kein bildgebendes Verfahren vor der OP gemacht, Dr. Aung fand das nicht notwendig.
    Er hat für den Lymphknotentransfer argumentiert, da er es nicht unbedingt schlüssig findet (entgegen der gängigen Meinung) dass eine Fehlbildung der Lymphgefäße vorliegt wenn man kein angeborenes Ödem hat. Sondern dass er eher eine Abflussproblematik im Beckenbereich vermutet. Und die LVA würde die Lymphbahnen durch den Eingriff ja in jedem Fall beschädigen. Ich fand das schlüssig und es hat mir damals auch Hoffnung gemacht, so vielleicht tatsächlich eher die Ursache zu beheben und nicht nur die Symptome anzugehen. Das sehe ich heute natürlich etwas anders, da die OP zu keiner Veränderung des Beins geführt hat.

    Deshalb die Überlegung für eine MR-Lymphografie und evtl. doch noch eine LVA. Denn dafür scheint einem ja leider die Zeit davonzulaufen…

  • Yummi
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    • 31. Juli 2026 um 18:22
    • #6

    Hallo Vivien,

    was sagt Dr. Aung dazu, wieso es nicht geklappt hat? War ein spezielles Training nach der OP erforderlich?

  • Vivien
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    • 31. Juli 2026 um 18:35
    • #7

    Bei der Nachuntersuchung hat Dr. Aung eine Verbesserung im Bein gesehen und gefühlt. Ich selbst empfinde es nicht so. Auch die Messungen bei meiner Lymphologin haben keine Verbesserung ergeben und auch die Maße im Sanitäthaus nicht. Beides sogar etwas schlechter geworden.
    Ich sollte nach der OP sehr aktiv sein und bin zwei Monate lang täglich gewalkt. Zusätzlich habe ich eine Vibrationsplatte gekauft und benutzt. Und die maschinelle Lymphmanchette täglich angewendet.

  • Uli29
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    • 31. Juli 2026 um 18:46
    • Offizieller Beitrag
    • #8

    ich verstehe es so, dass bei einer LVA nur Lymphgefäße verwendet werden, die im MRT und ICG abbrechen.

    Ich hatte 2022 eine Verschlechterung im Zusammenhang mit dem MRT, in diesem Jahr nicht.

    Freundliche Grüße

    Uli29

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    • 1. August 2026 um 14:02
    • #9

    Bei dem Lymph MRT wird ja auch Kontrastmittel gespritzt. Bin mir nicht sicher ob es dadurch zu einer weiteren Verschlechterung kommen kann.

  • Vivien
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    • 1. August 2026 um 14:59
    • #10

    Ich habe aber auch schon gelesen, dass nur die Untersuchungen früher mit dem öligen Kontrastmittel Nebenwirkungen hatten und die heutigen Untersuchungen ungefährlich sind…

  • Uli29
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    • 1. August 2026 um 15:01
    • Offizieller Beitrag
    • #11

    Die Menge Kontrastmittel ist so gering, dass halte ich für ausgeschlossen. Abgesehen vielleicht von allergischen Reaktionen und einer nicht behandelten Schilddrüsenerkrankung ( im Falle, das Jod im KM enthalten ist, was ich nicht weiß).

    Es wird ja nicht mal mehr nach dem Kreatininwert im Vorfeld gefragt.


    Aber es ist off-label-use, worüber man aufgeklärt wird. Das hat Bedeutung, falls es zu einem Schadensersatzprozess gegen den Hersteller kommt .

    Freundliche Grüße

    Uli29

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    • 1. August 2026 um 20:42
    • #12

    Was hat dann bei dir die Verschlechterung ausgelöst?

  • Uli29
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    • 1. August 2026 um 20:50
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    • #13

    das Weglassen der Bestrumpfung vermutlich. Das war 2022 erforderlich für die Untersuchung.

    Freundliche Grüße

    Uli29

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    • 1. August 2026 um 20:50
    • #14

    Und wo hast du die Untersuchung gemacht?
    Hat sich das Bild von 2022 zu 2026 verändert?

  • Vivien
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    • 1. August 2026 um 20:51
    • #15

    Ah ok… nur für den Tag der Behandlung oder längere Zeit?

  • Uli29
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    • 1. August 2026 um 21:23
    • Offizieller Beitrag
    • #16

    erwünscht waren 24 Stunden , tatsächlich waren es weniger Stunden, vielleicht 17 Stunden

    Freundliche Grüße

    Uli29

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  • Prof. Dr. med. Christian Taeger
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    • 6. August 2026 um 11:19
    • #17

    Einen Eingriff am Lymphsystem beim primären Lymphödem ohne der vorhandene Lymph-MRT durchzuführen ist in heutiger Zeit schwer nachzuvollziehen. Wer da was fühlt oder meint und glaubt, was da sein könnte, spielt in diesem Fall keine Rolle, egal wie renommiert er sich selbst fühlt. Nur durch Bildgebung mittels Lymph-MRT kann man überhaupt verstehen, welches Problem zugrunde liegt, wie das Gewebe zusammengesetzt ist (z.B bereits verfettet) und welches Verfahren zielführend ist (LVA vs. Liposuktion). Ich veranlasse in Deutschland die meisten Lymph-MRTs bei Prof. Pieper und habe bislang keinerlei Komplikationen wahrgenommen. Auf der anderen Seite behandele ich immer wieder Patienten, die durch Kolleginnen und Kollegen ohne entsprechende Expertise und Vorbereitung mittels Bildgebung operiert wurden und sich in Einzelfällen sogar verschlechtert haben. Nicht zuletzt gibt es beim primären Lymphödem teils auch zentrale Abflussstörungen, die ausschließlich durch Schnittbildgebung mittels Lymph-MRT gesehen und verstanden werden können.

    Viele Grüße

    Christian Taeger

    Prof. Dr. med. Christian Taeger
    Facharzt für Plastische und Ästhetische Chirurgie
    Zusatzbezeichnung Handchirurgie
    Plastische Chirurgie & Ästhetik an der Isar
    Widenmayerstraße 16
    80538 München
    mail: info@widenmayer16.de
    fon: 089 5480 6666
    instagram: prof.taeger

  • Krokusknospe
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    • 6. August 2026 um 17:43
    • #18

    Mein Sohn und ich haben ein primäres LÖ. Wir haben uns bei Prof. Dr. Taeger vorgestellt, der uns zu Prof. Dr. Pieper zum Lymph-MRT überwiesen hat. Die Fragestellung war, ob ein Legen von LVAs in unseren Fällen erfolgsversprechend sein könnte oder nicht.


    Das Lymph-MRT haben wir im Sommer 2024 durchführen lassen. Bei der anschießenden Besprechung des Untersuchungsberichts von Prof. Dr. Pieper hat uns Prof. Dr. Taeger erklärt, dass er bei uns beiden keine erfolgsversprechende LVA durchführen könne. Mein Sohn hätte sehr gute Lymphbahnen, aber viel zu wenig. Bei mir sind im Laufe der Jahrzehnte (Diagnose mit 18 Jahren, heute bin ich 64 Jahre) praktisch keine Lymphgefäße mehr vorhanden.


    Natürlich waren wir nicht froh über das Ergebnis; als Option käme allerdings noch eine Transplantation von Lymphknoten aus der Leiste in Frage – ein Eingriff, den er nicht vornimmt.


    Um zu der eingangs erwähnten Fragestellung Lymph-MRT ja oder nein zurückzukommen: Ja, wir sind froh, dass wir diese Untersuchung auf uns genommen haben. Wir können unser primäres LÖ nun besser verstehen und einordnen. Und wir werden uns auf die konservative Behandlung konzentrieren, die auch mein Sohn inzwischen fest in sein Leben eingebunden hat.


    Würden wir das Lymph-MRT nochmals durchführen lassen? Mit großer Wahrscheinlichkeit nicht. Wir empfanden das Spritzen des Off-Labels-Kontrastmittel als extrem unangenehm.

    Liebe Grüße

    Bettina

  • Vivien
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    • 7. August 2026 um 17:08
    • #19

    Krokusknospe

    Danke vielmals für die ausführliche Schilderung eures Falls und auch die Beschreibung, dass es für euch sehr unangenehm war.
    Es tut mir sehr leid, dass für euch keine keine Operation in Frage kommt! Ich wünsche euch weiterhin mit den konservativen Therapien viel Erfolg!!
    Darf ich fragen, in welchem Alter das Ödem bei deinem Sohn aufgetreten ist? Ist er dein einziges Kind oder gibt es Geschwister, die die Krankheit nicht bekommen haben?
    Ich habe selber zwei Söhne und fühlte mich immer „sicher“. Zum einen wurde mir vor circa 12 Jahren in der Charité gesagt, dass wenn es in meiner Familie keine Fälle gäbe, es in diesem Fall keine Erbkrankheit sei und ich sie nicht weitergeben könnte. Von Prof Hägerling habe ich dieses Jahr erfahren, dass dies nicht der Fall ist. Auch die umläufige Statistik wie selten bis nie die Krankheit bei Männern vorkomme, wurde hier im Forum schon widerlegt…

  • Vivien
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    • 7. August 2026 um 17:15
    • #20

    Prof. Dr. med. Christian Taeger

    Vielen Dank für ihre Antwort und Einschätzung.
    Auch wenn es natürlich etwas schwer zu verdauen ist, dass diese OP möglicherweise ein großer Fehler war.

    Darf ich sie noch um ihre Einschätzung bitten, wie ich weiterhin vorgehen sollte? Denken sie, dass nach 15 Jahren und der beschriebenen OP noch eine Chance für eine erfolgreiche LVA bestünde und ab wann würden sie diese empfehlen?

    Ich habe in einer vergangenen Diskussion von ihnen glaube ich mal gelesen dass der Erfolg bei einem Lymphknotentransfer bis zu zwei Jahren dauern kann. Sollte ich diese Zeit in jedem Fall noch abwarten, bevor ich mit MRT und möglicher LVA weiter vorgehe…?

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