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Restles Leg Syndrom und Kompression

  • Frank.W
  • 13. August 2026 um 15:07
1. offizieller Beitrag
  • Frank.W
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    • 13. August 2026 um 15:07
    • #1

    Hallo zusammen

    Ich packe das einfach mal hier rein. Ich hoffe es passt.

    Dann versuche ich das mal. Das ist jetzt nicht einfach, da ich nicht mehr alles so ganz genau in Erinnerung habe. Über die Vorgeschichte werde ich auch nur schnell hinweg fliegen.

    Angefangen hat alles mit einer Darmkrebsdiagnose. Da habe ich leider das Problem bekommen, (wohl durch die vielen Gedanken) sehr schlecht zu schlafen. Ein Schlafmittel das in der Dosierung bis 200 mg als Schlafmittel und ab 200 mg als Psychopharmaka wirkt, brachte schon ab einer Dosierung von 50 mg den erwünschten Erfolg.

    Natürlich folgte eine OP und darauf auch eine Chemotherapie über 8 Zyklen mit je 3 Wochen. Schon da traten Nebenwirkungen auf. Als erstes eine ziemliche Venenschwäche mit ziemlich dicken Beinen die auch sehr geschmerzt haben und unendlich schwer waren. Dafür gab es Kompressionsstrümpfe der KKL 2 die ganz gut geholfen haben und ihren Dienst immer noch tun. Ein ganz kleines wenig hat sich das wohl auch verbessert. Kann aber auch sein, nur deshalb, weil ich die Strümpfe sehr konsequent trage.

    Nicht lange danach stellet sich eine Polyneuropathie in den Händen und Füßen, besonders in den Fußsohlen ein, die je länger die Chemo dauerte, schlimmer wurde. Manchmal und besonders nachts kaum auszuhalten. Am Tag mit den Kompressionsstrümpfen hatte ich das Gefühl, daß es ziemlich gut geht. Das hat sich auch bestätigt. Wenn ich morgens nicht gleich in die Strümpfe gekommen bin, haben die Nerven regelrecht Blitze gefeuert.

    Irgendwann war ich völlig Kraft und Energielos. 2 Stockwerke Treppen laufen war extrem anstrengend. In einer Reha im Mai wurde da eine Fatique diagnostiziert.

    Die Chemo dauerte bis zum 05. Januar diesen Jahres. Was man dazu sagen muß, auch danach hat sich das meiste nicht verbessert.

    Wie gesagt. Ich war im Mai in Reha. Schon am 2. Tag bei der ersten Untersuchung wurden sehr hohe Leberwerte diagnostiziert. Ein erneuter Bluttest am nächsten Tag fiel noch wesentlich schlechter aus. Vor der Reha war noch alles ok. Ich wurde dann sofort mit dem Krankenwagen für 6 Tage in die Klinik gefahren wo meine OP war. Werte die auf 50 sein sollten waren auf 2000, ein anderer auf knapp 1000. Ich hatte den Verdacht geäußert daß das einzige das in Frage kommen könnte die Schlaftabletten sein können, weil ich sonst keine Medikamente nehme und auch sonst nichts ungewöhnliches gemacht habe. Die Schlaftabletten wurden abgesetzt und nach 3 Tagen waren die Werte wesentlich besser und ich konnte am 6. Tag zurück in die Reha. Und nun kommt das Problem. Ich habe 2 Nächte keine Sekunde geschlafen.

    Ich habe dann in einer langen Nacht das Internet befragt und da kamen Dinge heraus, die mich zu 100% betroffen haben. Ich bewege die ganze Nacht meine Beine, drehe mich die ganze Nacht von einer Seite auf die andere....

    Was hilft? Natürlich in erster Linie Medikamente. Da ich aber erst ein paar Tage vorher große Probleme mit Medikamenten hatte, war das für mich keine Lösung. Ich habe also weiter gesucht. Und dann kam etwas zum Vorschein das sich auch erklären lässt. Ein Restles Leg Syndrom (RLS) Genauso wir die Neuropathie durch die Chemo verursacht sein kann, kann es auch das RLS sein. Geschädigte Nerven und vor allem Nervenenden.

    Was hilft sonst? Es wird viel darüber geschrieben. Dass eben vielen Kompression an den Waden stark helfen kann. RLS entsteht in den Waden, weil geschädigte Nerven Fehlsignale ins Gehirn senden und den Bewegungsdrang auslösen der wiederum den Schlaf verhindert. Ich habe also n einem Abend meine Strümpfe ausgezogen, die Beine gepflegt, hochgelegt und beim zu Bett gehen wieder angezogen. Ich weiß, daß KKL2 nicht über Nacht getragen werden soll/darf. Ich habe es aber trotzdem getan. Und was ist passiert? Ich habe geschlafen.

    Die nächste Nacht wieder ohne, keine Sekunde Schlaf. Die nächste mit, und wieder habe ich gut geschlafen.

    Ich habe die Ärzte in der Reha informiert. Sie haben mir das eigentlich nicht geglaubt. Um aber kein Risiko einzugehen haben sie mir weiße Nachtstrümpfe gegeben die ich gefahrlos nutzen kann. Die Nacht mit den weißen Strümpfen habe ich wieder geschlafen. Und nach ein paar weiteren Nächten im Wechsel war ich mir sicher, daß das kein Zufall sein kann. Das RLS wurde mir dann in der Reha auch diagnostiziert mit der Bemerkung, dass Kompression hilft.

    Wie ging es weiter: Ich habe mich weiter eingelesen und festgestellt, dass es keine Strümpfe sein müssen. Stulpen reichen auch, weil die Ursache zu 100% in den Waden zu finden ist. Ich zum Arzt, der wusste nichts davon und hat gemeint, daß er mir da nichts verschreiben kann. Ich direkt ins Sanitätshaus, auch da die Aussage, daß es da wohl nix von der Krankenkasse gibt. Ich habe mich auch da schlau gemacht. Es ist zwar schon vielen bekannt daß es hilft Kompression an den Waden zu tragen, es gibt aber keine belastbaren Studien. Vielleicht weil sie von der Pharmaindustrie verhindert werden weil die ja Geld verdienen wollen. Und mit jeder Tablette tun sie das. Mut 2 Sätzen Kompressionstulpen verdienen sie nichts.

    Es gab Berichte und auch eine Hersteller, wo es heißt, daß Sportstulpen ebenfalls helfen können. Weil es auch reicht wenn nicht die Kompressionsklasse 1 erreicht wird. Weniger Druck geht ebenso gut.

    Ich habe mir Sportstulpen von CEP (Hersteller Medi) gekauft die mir auch 2 bis 3 Wochen gute Dienste geleistet haben. Aber ich habe von Anfang an gemerkt dass sie da wo ich Drock brauche (also an den Waden) ausleiern, die Bündchen aber stramm bleiben. Das hat jeden Tag etwas mehr zu Einschnürungen geführt. Erstens habe ich wieder schlechter geschlafen und zweitens sind meine Füße nachts abgeschnürt gewesen und es hat sich ziemlich Flüssigkeit angesammelt. Daraufhin hat natürlich die Neuropathie angefangen zu feuern. Irgendwann wie aus einem Maschinengewehr.

    Und dann ging eben der Kampf (naja, den führte mein Sanitätshaus) mit der Krankenkasse an. Mein Sanitätshaus hat mir wirklich sehr nahe gelegt, daß Abschnürungen nur wirkungsvoll mit Flachstrick vermieden werden können. Und vor allem wurde mir (einleuchtend) empfohlen doch Strümpfe mit geschlossener Spitze zu nehmen, weil mir das ja den Tag über gerade in den Fußsohlen wirklich gut tut. Mein Arzt hat mir also ein Rezept erstellt. Das Sanitätshaus hat das nötige getan. Dann kamen 2 oder 3 mal Nachfragen von der Krankenkasse. Seit Montag habe ich Flachstrickstrümpfe.

    Mal abgesehen, daß ich noch Gewöhnungsprobleme, vor allem an den Zehen habe, ist das Ergebnis der Hammer. Mittlerweile ist es so, daß ich seit mehr als einem Jahr nicht mehr so schnell eingeschlafen bin. Daß ich seit einem Jahr nicht mehr so lange durchgeschlafen habe wie im Moment. Daß ich teilweise 4 mal nachts aufgestanden bin, weil ich pinkeln musste. Daß ich morgens gerädert war. Die Gewöhnung läuft. Anfangs war es mir möglich die Strümpfe bis etwa 12 Uhr (max 3 Stunden) nachts tragen zu können. Danach war ich wieder der Zappelphilipp, der sich nachts im Bett gewälzt hat. Mittlerweile komme ich locker bis 3 Uhr.

    Und dann habe ich schon so ausgeschlafen, daß ich die Strümpfe ausziehen kann und am Morgen trotzdem fit bin. Natürlich bewege ich mich da dann auch wieder. Aber irgendwie spielt sich da auch viel im Kopf ab. Ich sehe es wesentlich entspannter weil ich ja schon ganz gut geschlafen habe. Bis da gehe ich kein einziges mal pinkeln. Weil eben die Nieren im Schlaf ihre Arbeit so stark reduzieren, daß überhaupt ein durchschlafen möglich ist.

    Das einzige was gerade passiert, sind leichte Verspannungen, die ich vermutlich aber nur deswegen habe, weil ich sehr viel länger in der selben Lage schlafen kann. Wenn ich vor ein paar Wochen nur ein leichtes Zwicken bemerkt habe, dann habe ich mich umgedreht und die Verspannung verhindert. Wenn das aber wirklich das einzige ist, dann nehme ich das in Kauf. Morgens etwas Dehnübungen und alles ist ok.

    Fazit: Wenn ich mich noch besser an die Strümpfe (besonders an des enge an den Zehen und die Naht, die eben etwas drückt) gewöhnt habe, werde ich wieder unglaublich gut schlafen. So viel sich der Körper nehmen will, und nicht nur so viel wie ihm das RLS oder sonst was zugestehen. Oder gar ganz verweigern.

    Und ich bin mir sicher, das richtige getan zu haben, als ich auf mein Sanitätshaus gehört habe und die Flachstrick Strümpfe (auch wenn ich durch einige Berichte hier einen riesigen Respekt davor hatte) entschieden habe.

    Mehr gibt es im Moment gar nicht zu sagen. Schade, daß die alten Beiträge jetzt doch nicht mehr zu retten waren. Da wäre dann auch einiges über die Entscheidungsfindung, Argumente und auch Gegenargumente von der Forengemeinde und einfach auch persönliche Empfindungen darin waren. Ich hoffe, daß der eine oder die andere, wenn sich Symptome einer Schlafstörung mit meinen decken vielleicht mit diesen Dingen die ich erlebt habe selber Besserung erfahren können.

    Achso. Hatte ich beinahe vergessen. Die Schlaftabletten die mir auf den Vorfall hin lebenslang verboten wurden haben vermutlich das RLS verdeckt oder überstrahlt und ich konnte vor dem Absatzen doch zumindest einigermaßen schlafen. Nach dem Absetzen hatte dann aber das RLS keine Hürde mehr und ist voll durchgeschlagen. Vermutlich hatte ich das schon genauso lange wie die Neuropathie. Gleiche Ursache, Chemotherapie, gleiche Wirkung, Nerven geschädigt. Nur habe ich das RLS eben nicht gleich bemerkt.

    Und nochmal was. Es handelt sich bei den Strümpfen um Juzo expert, geschlossene Fußspitze, distaler, schräger Fußabschluss. (was heißt dystaler, schhräger...)

    Preis: 359,16€. Wahnsinn. Da wird es schon verständlich warum sich Krankenkassen manchmal wehren...

    Bei Fragen: Kein Problem. Einfach fragen.

    Gruß Frank

    2 Mal editiert, zuletzt von Frank.W (13. August 2026 um 17:28)

  • MR35
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    • 13. August 2026 um 20:26
    • #2

    Hallo Frank,

    schön daß es dir mit deinem Lösungsansatz besser geht. Ich habe zwar kein RLS aber, mußte aber mit meinen Beschwerden durch die Krebserkrankung auch schon eigene (teilweise kostspielige) Wege gehen. Bei den Behandlern bin ich auch so manches Mal auf Unverständnis/Ungläubigkeit gestoßen, weil man sich sehr auf Studien stützt - heißt oft: keine Studie - nützt also nichts. Auch würde ich mir mehr sinnvolle Unterstützung der gesetzlichen Krankenkassen wünschen.

    Ich habe zwar keine Tips, aber ich möchte dir Mut zusprechen, gib nicht auf. Ich hoffe, daß deine Beschwerden bald besser werden. Von vielen Leidensgenossen/Genossinen weiß ich, daß oft die Beschwerden durch die Langzeitnebenwirkung der Krebstherapie besser werden können, wenn man nicht aufgibt und dran bleibt.

    Viele Grüße

    MR35

  • Frank.W
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    • 14. August 2026 um 09:43
    • #3

    Guten Morgen

    Ich hoffe, ihr habt alle auch so gut geschlafen wie ich. Ich gewöhne mich wohl sehr gut und auch schnell an das ungewohnte Gefühl der Strümpfe vor allem an den Zehen.

    Ich hatte berichtet daß ich es bisher bis um 3 Uhr geschafft habe. Heute morgen war es 5 Uhr, als ich aus den Strümpfen raus bin, weil sie zu unangenehm wurden. Schon völlig ausgeschlafen war ich ab etwa halb 5 wach. Ich habe mir überlegt, die Strümpfe nicht auszuziehen. Ich habe es aber dann um 5 Uhr trotzdem gemacht. Die Gefahr durch Übertreibung etwas falsch oder gar kaputt zu machen war mir dann doch zu groß.

    Und trotzdem. Ich habe lange nicht so gut und vor allem tief geschlafen. Und das macht sich heute morgen in allen Situationen bemerkbar. Ich spüre meine Fatique weniger. Ich habe also etwas mehr Energie. Meine Neuropathie ist wesentlich ruhiger und auch mein Kopf ist frischer. Ich bin irgendwie gefühlt aufnahmefähiger. Eigentlich verständlich. Es ist bekannt, daß Schlaf die wichtigste Zeit im Tagesablauf ist. Es fühlt sich einfach richtig gut an im Moment.

    Ich werde jetzt einen Versuch wagen. Ich werde meinen Arzt konsultieren und nach einem Rezept für die Wechselversorgung fragen. Da mir die Krankenkasse das erste Paar genehmigt hat, ist der Grund wofür ich die Strümpfe brauche wohl anerkannt worden. Sie können mir also eigentlich die Wechselversorgung nicht vorenthalten. Dabei schwebt mir vor, auf entweder offene oder zumindest auf eine weiche Spitze zu wechseln. Bei Flachstrick dürfte auch die offene Spitze zu keiner Abschnürung der Zehen führen.

    Dazu meine Erfahrung: Die Strümpfe die ich gerade bei Nacht trage, hinterlassen nicht den geringsten Abdruck einer Abschnürung unter meinem Knie. Das einzige was leicht sichtbar ist, ist eben am ganzen Unterschenkel ganz minimal das Muster des Stoffes, der sich am Unterschenkel abzeichnet. Bei meinen Rundstrickstrümpfen, auch wenn ich mich am Tag sehr wenig bewege, sieht das anders aus. Irgendwo erscheinen immer irgendwelche gerötete Stellen (Linien) weil sich minimale Falten gebildet haben. Mal ein bisschen im Sitzen auf dem Stuhl umher rutschen und schon wird vielleicht etwas zusammengeschoben. In der Kniebeuge passiert das eh immer mal wieder. Das sieht man dann aber recht schnell und kann es auch relativ einfach wieder zurecht rücken. Die geröteten Stellen verschwinden nach dem ausziehen am Abend aber schnell und es entsteht auch keine wunde stelle. (ich pflege dann auch sofort) Aber genaugenommen handelt es sich schon um eine leichte Abschnürung. Nicht daß ich die Strümpfe schlampig anlege. Ich klebe sie sogar täglich. Ob ich mich bewege oder nicht. Weil ich eben weiß, daß Abschnürungen wieder Blitze durch die Neuropatie bedeuten können. Für meine Venen reichen rundgestrickte Strümpfe definitiv und ich komme auch richtig gut damit klar. Für die Nacht, ist das allerdings etwas ganz anderes.

    Jedes Problem braucht wohl gesonderte Beachtung. Ist eben so. Es ist zwar wieder zusätzlich belastend gar nicht mehr aus der Kompression raus zu kommen. Aber was will man machen.... Wenn es nötig ist und vor allem hilft. Und es hilft so extrem gut bei mir, daß ich nicht nur besser schlafe, sondern mich dadurch auch allgemein besser fühle. Also genau genommen alles bestens.

    Gruß Frank

  • MR35
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    • 14. August 2026 um 10:35
    • #4

    Hallo Frank,

    du wirst dich bestimmt an die Kompressionsstrümpfe gewöhnen, bei meinem Mann hat es auch etwas gedauert (er muß sie allerdings aus einem anderen Grund tragen). Wenn er zwischendurch bei der Hitze konfektionierte Kniestrümpfe trägt, hat er auch diese leichten Abschnürungen. Seine Maßgefertigten haben die Zehen nicht inbegriffen, verschieben sich aber nach einer Weile beim Laufen. Für die Nacht wäre das vielleicht eine gute Alternative für dich? Ich überlege, ob durch das Tragen tagsüber vielleicht deine Beschwerden nachts nicht so stark getriggert werden - ausprobieren?

    Ich habe ein sekundäres Lymphödem nach Krebserkrankung und trage u. a. einen Armstrumpf. Anfangs empfand ich ihn extrem unangenehm, da mir wegen Fibromyalgie schon jede normale Berührung weh tut. Inzwischen habe ich mich so daran gewöhnt, daß ich mich ohne Ärmel unwohl fühle. Also bleib dran.

    Du hast Anspruch auf ein 2. Paar, wichtig ist der Vermerk „Wechselversorgung aus hygienischen Gründen“ auf der Verordnung.

    Viele Grüße

    MR35

  • Frank.W
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    • 14. August 2026 um 13:32
    • #5

    Hallo MR35

    Das Problem ist, daß das Restles Legs Syndrom völlig abnormal ist. Das soll jetzt heißen, daß es nicht wie andere Dinge auch am Tag etwas beeinflusst werden können, damit sie nachts nachts milder oder anders auswirken.

    Wie jetzt zum Beispiel die Neuropatie bei mir. Da ist es so, daß wenn ich am Tag zum Beispiel früher die Kompression ausziehe die Nerven dann nachts mehr feuern. Oder eben wenn ich die Kompression dann konsequent trage es bei Nacht auch etwas besser ist.

    RLS feuert dauernd Nervensignale. Am Tag wenn man sich eh bewegt ist das dann egal. Man merkt es nicht. Legt man sich aber Abends hin und man bewegt sich nicht mehr, weil man ja gerne schlafen würde, dann feuern die Nerven, egal was am Tag war immer noch.

    Das tun sie allerdings auch wenn man Kompression an den Waden trägt. Nur ist es dann eben so, daß der leichte Druck die schlechten Signale aus den Waden überdeckt. Und eben vom Gehirn wohl nicht mehr als Bewegubgssignal gedeutet werden. Weil der Reiz den die Strümpfe setzen (der muß gar nicht hoch sein) eben stärker ist. Und das deutet das Gehirn dann zwar nicht als etwas was hilft, sondern die Nervensignale aus den Waden verlieren dann im Gehirn gegen die stärkeren (ich sag mal) Empfindungen durch die von der Kompression ankommenden Signale.

    Das ist ja vielleicht ein Grund warum Kompression nicht bei allen helfen muß. Weil eben unter Umständen das überdecken der bösen Nervensignale nicht funktioniert. Von dem her muß ich froh sein, daß es bei mir funktioniert. Und zudem habe ich den selben Effekt wohl auch in meinen Fußsohlen. Lange nicht so effektiv, aber so, daß mir die Strümpfe auch nachts Linderung bringen.

    Naja. Vielleicht ist das auch der Grund warum es keine anerkannten Studien zu dem Thema gibt.

    Aber trotzdem vielen Dank für die Gedanken die du dir darüber machst.

    Hat dein Mann Rund oder Flachstrickstrümpfe? Bei meinen Rundstrickstrümpfen für den Tag die ich als erstes mit offener Spitze hatte, ist das auch passiert. Mittlerweile habe ich da auf geschlossene Spitze umgestellt. Offen nur noch zuhause, wo ich kontrollieren und gegenwirken kann.

    Bei den Flachstrikstrümpfen erhoffe ich mir aber, daß sich da nichts verschiebt. Eigentlich gehe ich jetzt nach den ersten Nächten sogar stark aus. Die Strümpfe bleiben einfach nur bombenfest da, wo sie hin gehören. Am Morgen sind sie noch genau da wo ich sie Abends hatte. Da geht erstaunlicherweise kein Millimeter daneben.

    Ich wünsche dir und deinem Mann bei euren Problemen auch das allerbeste.

    Gruß Frank

  • Frank.W
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    • 15. August 2026 um 08:39
    • #6

    Hallo zusammen.

    Hmmmm. Heute Nacht hatte ich etwas Probleme. Ich musste die Strümpfe um 1etwa 1 Uhr ausziehen weil die Naht an den großen Zehen ziemlich stark gedrückt hat. Das war dann schon schmerzhaft. Davor habe ich etwa 3 Stunden ganz gut geschlafen, danach dann aber gefühlt fast gar nicht mehr. Ich war am überlegen meine Sportstulpen zu holen. Das habe ich aber gelassen, weil ich nicht abschnüren wollte und wieder Blitze aus der Neuropathie riskieren wollte.

    Wie ich das jetzt über das Wochenende machen werde, weiß ich noch nicht. Vielleicht werde ich die Strümpfe mal etwas tiefer tragen. Die Ferse vielleicht nicht ganz auf die Ferse ziehen. Vielleicht bleibt dann etwas mehr Platz bei den Zehen. Wobei da eben schon das nächste Problem kommt. Flachstrick ist exakt angemessen. Und dann sollte bzw. muß das da hin, was an den Fleck gehört wo es gemessen wurde. Ich habe mir im Internet solche Kappen zum Zehenschutz angeschaut. Die sind aus Silikon und werden einfach über den Zeh geschoben. Ich denke, daß die ein bisschen Schutz vor der Naht bieten könnten. Ich habe nur die Befürchtung, daß ich die Strümpfe damit nicht angezogen bekomme, ohne die Kappe zu verschieben. Und wenn die nicht richtig sitzt macht sie vermutlich mehr Probleme als wenn ich sie gar nicht tragen würde.

    Ich habe mir mal solche Dinger bestellt. Um 9 € ist nichts kaputt. Wenn sie helfen ist alles gut. Wenn nicht, werde ich wohl mit meinem Sanitätshaus und meinem Arzt Kontakt aufnehmen müssen, was da an besten zu tun ist. Die Zweitversorgung aus hygienischen Gründen werde ich im Sanitätshaus auch im Hinblich auf diese Probleme wohl eher mit offener Spitze haben wollen. Wenn das Problem behoben ist, danke ich, daß die Strümpfe bei mir die perfekte Lösung sind.

    Achso. Natürlich hoffe ich, daß das passiert, was man öfters hört. Daß durch Chemo verursachte Themen, durchaus mit der Zeit verschwinden können. Besonders geschädigte Nerven können sich wohl durchaus regenerieren, oder es kann sogar sein, daß sich neue bilden. Das würde mir zumindest bei der Neuropathie und beim RLS wesentlich helfen.

    Abwarten. Die Hoffnung stirbt zuletzt.

    Gruß Frank

  • hope 25
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    • 15. August 2026 um 10:32
    • #7

    Moin Frank,

    aus meiner eigenen Erfahrung kann ich Flachstrickstrümpfe mit offener Spitze sehr empfehlen. Die geschlossenen haben immer an den Zehen gedrückt. Und dass die sich am Fuss verschieben, kann ich nicht bestätigen. Alles Gute weiterhin! Ich finde es Klasse, dass Du viel ausprobierst.

  • Uli29
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    • 15. August 2026 um 11:17
    • Offizieller Beitrag
    • #8

    und ich kann sehr den Jobst relax Nachtstrumpf empfehlen, es gibt ihn in KKL 1 oder 2, er ist maßgefertigt und an den Zehen offen, die Länge am Vorfuß würde ich genau besprechen, eher etwas kürzer machen

    Freundliche Grüße

    Uli29

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    • 15. August 2026 um 14:39
    • #9

    Die Naht befeuchten und dehnen ?

    Mit freundlichen Grüßen

    Dr. Peter Martin

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    • 15. August 2026 um 14:43
    • #10

    Hallo zusammen

    VielenDank für die guten Tips und Ratschläge. Das mit der Naht befeuchten werde ich natürlich probieren. Wie eist das dann beim waschen? Geht die Nath dann wieder in ihre Ursprüngliche Form oder bleibt sie trotzden leicht gedehnt?

    Gruß, Frank

  • Dr. Martin
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    • 15. August 2026 um 14:47
    • #11

    Kompression mit Baumwolle , wie Jeans , 30° waschen

    Mit freundlichen Grüßen

    Dr. Peter Martin

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  • Uli29
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    • 15. August 2026 um 14:57
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    • #12

    Flasche reinstopfen oder etwas Ähnliches. Tennisball. während der gesamten Trocknung

    Freundliche Grüße

    Uli29

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    • 15. August 2026 um 15:03
    • #13
    Zitat von Uli29

    Flasche reinstopfen oder etwas Ähnliches. Tennisball. während der gesamten Trocknung

    Hmmmm. Ich hab je nur Probleme mit der Spitze. Oder besser gesagt nur mit der Naht. Wenn es anfängt, dann kann ich durch das nach oben ziehen der Zehen die Naht eine Zeitlang von meinen Zehenspitzen nach unten bringen. Dann ist das schon wesentlich besser. Nur geht die natürlich wieder da hin zurück wo sie vermutlich Bauartbedingt hin gehört... Der Rest der Kompression ist total gut und sogar angenehm. Ich will ja deswegen nicht ganze Bereiche im Strumpf dehnen oder gar irgendwann überdehnen.

    Gruß Frank

  • Dr. Martin
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    • 15. August 2026 um 15:06
    • #14

    Strumpf bis auf Spitze " auf links " drehen , dann dehnen ?

    Mit freundlichen Grüßen

    Dr. Peter Martin

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    • 15. August 2026 um 15:18
    • #15

    Hallo

    Werd ich probieren. Danke.

    Gruß Frank

  • Uli29
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    • 15. August 2026 um 15:36
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    • #16

    deshalb schrieb ich ja Tennisball, du musst ein bisschen ausprobieren!

    Freundliche Grüße

    Uli29

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    • 15. August 2026 um 16:13
    • #17

    Hallo Uli

    Ich glaube ich habe mich mittlerweile ziemlich fit gemacht wie ich meine RLS Probleme in den Griff bekomme. Und im großen und ganzen bin ich da ja auch recht Erfolgreich. Ich glaube daß ich bei RLS mittlerweile mehr weiß als mancher Arzt und das sogar aus Erfahrung.

    Aber irgendwie habe ich das Gefühl wie wenn ich bei den Hilfsmitteln noch totaler Anfänger bin 😨. Kompressionsstrümpfe nutze ich ja. Und manche Dinge sind mir mittlerweile ja auch klar. Aber vieles eben auch noch nicht. Nicht im geringsten. Ich weiß zum Beispiel daß Rund und Flachstrick ziemlich große Unterschiede haben. Und daß das eine nicht gut sein muß, für das andere. Und eben die kleinen Kniffe wie jetzt das. Ich merke dass es einige Leute gibt die da eben durch lange Erfahrung Dinge wissen, die ich noch nicht wissen kann. Und deswegen einfach ein dickes Dankeschön.

    Es ist unglaublich schön, so viel Wissen auf einem Haufen zu haben.

    Ich möchte jetzt im Moment aber nicht 5 Dinge parallel machen. Ich konzentriere mich im Moment besser auf das größte Problem. Ohne gesunden Schlaf brauche ich an die anderen Dinge noch nichtmal denken. Wenn ich das RLS im Griff habe, kommt meine Neuropatie. Die ja ebenfalls auf Kompression reagiert. Und dann mein anfänglich (im Kopf vor allem) größtes Problem. Das tägliche konsequente Tragen von meinen Oberschenkellangen Strümpfen. Heute ist das ein Teil von mir. Weder unangenehm noch lästig. Weder im Kopf ein Problem noch Angst es sogar zu zeigen. Und nichtmal bei großer Hitze ist das ein größeres Problem.

    Wie banal Probleme doch werden können, wenn man sich gewöhnt oder abgefunden hat.

    Und wie schon gesagt. Es ist wunderbar hier Erfahrungen und Tips über jedes der Probleme findet. Geballtes Wissen und gute Menschen.

    Vielleicht kann ich mit den Erfahrungen über RLS auch dem einen oder anderen helfen. Auch das hilft sich zu gewöhnen und abzufinden. Stärker als alles andere finde ich.

    Nochmal. Herzlichen Dank an alle hier.

    Gruß, Frank

  • Frank.W
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    • 15. August 2026 um 17:15
    • #18

    Hallo zusammen.

    Kleiner Versuch.

    Was passiert, wenn ich die vordere Naht, die ja wenn ich stehe, waagrecht über alle Zehen läuft, in ihrer Lage verändere? Ich habe dazu jetzt die normale Kompression abgelegt und die Flachstrickstrümpfe angezogen. Ganz normal wie es sich gehört.

    Was passiert? Ich spüre sofort an den Zehenspitzen und vor allem am großen Zeh die Naht unangenehm drücken.

    Ich bin jetzt hin gegangen und habe vom Knöchel weg die Strümpfe am Fuß leicht verdreht, dass an Ende eine Verdrehung um 90 Grad entstanden ist. Nun läuft die Naht nicht mehr waagrecht über alle Zehen sondern irgendwo Richtung mittlerem Zeh senkrecht.

    Im Moment ist der Druck durch die Naht so ziemlich verschwunden.

    Jetzt stellt sich die Frage ob der Strumpf sich zurück dreht oder ob er so bleibt. Im Moment liege ich auf meinem Bett, um das etwas realitätsnah zu testen. Mal sehen was in 2 Stunden passiert ist. Ich hoffe, es kommt jetzt wenigstens etwas gutes in der Glotze, damit mir nicht langweilig wird.

    Eine dumme Frage: wenn ich das richtig sehe bin ich ja nicht der einzige der Probleme mit der Naht hat. Und ich denke das müsste auch dem Hersteller (in meinem Fall Juzo) bekannt sein. Hat da keiner Interesse sich da was einfallen zu lassen? Wundert mich schon. Bei den heute technischen Möglichkeiten sollte das doch eigentlich kein Problem sein.

    Gruß Frank

  • Uli29
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    • 15. August 2026 um 18:23
    • Offizieller Beitrag
    • #19

    lange Zeit war das Kennzeichen von Flachstrick die Naht.

    Rundstrick: nahtlos, deshalb immer die gleiche Maschenzahl, Probleme bei Kallibersprüngen, Einschnürungen.


    Die flachgestrickten Zehenkappen hatten vier Nähte - an jedem Zeh: die Zehen waren wie kleine Würfel: grauenhaft!

    Dann kamen vor etwa fünf Jahren die ersten flachgestrickten Zehenkappen OHNE Naht! Frank.W frag doch den Hersteller!

    Freundliche Grüße

    Uli29

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  • Frank.W
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    • 15. August 2026 um 18:44
    • #20

    Hallo zusammen

    Test beendet und gescheitert. Durch die Verdrehung hat sich das Fußteil wohl ziemlich verkürzt. Und dadurch ist der Druck auf alle Zehen gestiegen. Zwar war die Naht etwas aus dem Spiel aber es wurde recht schnell so eng daß ich gemerkt habe, dass meine ganzen Zehen anfangen haben einzuschlafen. Also so schnell wie möglich raus, bevor es sogar gefährlich wird.

    Schade. Einen Versuch war es wert.

    Gruß Frank

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