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Innere Blockade beim Anziehen der Kompression – kennt ihr das auch?

  • Dragonfaee
  • 18. August 2026 um 12:57
1. offizieller Beitrag
  • Dragonfaee
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    • 18. August 2026 um 12:57
    • #1

    Hey ihr Lieben,

    ich bin Caro, 26 Jahre jung und seit heute neu im LymphNetzwerk.

    Bei mir wurde vor etwa 5 bis 6 Jahren ein Lipödem Stadium 2 diagnostiziert, dazu ein hereditäres Lymphödem Stadium 2 an den Beinen. Seit ungefähr 3 Jahren habe ich beide Diagnosen auch an den Armen. In der Zeit habe ich schon verschiedene Kompressionsvarianten ausprobiert. Aktuell bin ich bei einer Kombination aus Strumpfhose (u.a. mit Haken/Reißverschluss und Klettbund) und Thoraxbandage (u.a. mit Body-Verschluss) gelandet und eigentlich auch ganz zufrieden damit.

    Mein Problem ist nur: Obwohl ich die Kompression, sobald sie an ist, als sehr angenehm und hilfreich empfinde, sträube ich mich häufig schon davor, sie anzuziehen. Da baut sich eine richtige innere Blockade auf. So stark, dass es teilweise mehrere Wochen am Stück gibt, in denen ich die Kompression kaum bis gar nicht trage.

    Ich weiß selbst, dass das unvernünftig ist, aber ich kriege es einfach nicht konsequent hin. Deshalb meine Frage an euch: Habt ihr Tipps, Tricks oder Routinen, die euch helfen, die Kompression regelmäßig zu tragen? Ich wäre für jede Idee dankbar. Gerne auch unkonventionelle Ansätze oder psychologische Tricks, die bei euch funktioniert haben.

    Liebe Grüße,
    Caro

  • Uli29
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    • 18. August 2026 um 14:19
    • Offizieller Beitrag
    • #2

    möglicherweise macht es Sinn, dass Du zunächst einmal stationär in eine lymphologische Fachklinik gehst zur stationären Entstauung KPE Phase 1

    mein zweiter Vorschlag wäre, dass du zunächst nur die Kompression für die untere Körperhälfte trägst.

    Freundliche Grüße

    Uli29

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  • Coccinella
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    • 18. August 2026 um 20:35
    • #3

    Ich bin Anfänger und habe die Flachstrick-Kompressions-Strumpfhose jetzt seit ca. 6 Wochen. Ich gestehe: Ich hasse sie. Aber ich ziehe die diszipliniert jeden Tag an weil sie mir gut tut. Weil die Beschwerden so gut wie nicht mehr vorhanden sind, seit ich die anhabe. Auch wenn ich sie hasse. Aber es sagt ja niemand, dass ich sie lieben muss. Schön ist sowieso anders. Einzige Ausnahme: der Sonntag Nachmittag ist Kompressionsfrei. Luft für die Haut. Denn bei mir ist der Sonntag Nachmittag Ruhezeit…Beine hoch u lesen…Handarbeiten…oder blöd schaun. Mein kleiner Luxus.

    Ansonsten: Disziplin. Aufstehen. Anziehen. Ohne wenn und aber.

  • Dr. Martin
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    • 19. August 2026 um 09:59
    • #4

    @DR Lipödem und hereditäres ( erbliches) Lymphödem Arme und Beine ... da habe ich meine "Diagnosezweifel"

    Meine Empfehlung : 2.Meinung bei erfahrenem Lymphologen/Ambulanz einer Fachklinik einholen

    Mit freundlichen Grüßen

    Dr. Peter Martin

    Chefarzt Földiklinik i.R.
    Hinterzarten
    Földiklinik Tel. 07652-124-0
    https://www.foeldiklinik.de/

  • MR35
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    • 19. August 2026 um 11:15
    • #5

    Hallo Caro,

    ich vermute, dass du dich mit deiner Krankheit noch nicht abgefunden hast. Ist schwierig, weiß ich aus eigener Erfahrung. Über den Kopf ja, emotional nein. Ich persönlich habe die Strategie „es hätte schlimmer kommen können“.
    Als ich vor 20 Jahren nach einer 7-jährigen Ärzteodysse endlich die Diagnose Fibromyalgie bekommen habe (ist sehr einschränkend), habe ich mir gedacht: Gottseidank kein gelenkzerstörendes Rheuma.
    Vor 4 Jahren bekam ich die Diagnose Triple negativer Brustkrebs, beidseitige Mastektomie mit Entfernung 13 Lymphknoten, 25 Bestrahlungen, Folgen Lymphödem im Arm, Axel und Thorax. Laut unfreundlicher ärztlichen Prognose bin ich schon 3 Jahre tot. Meine Strategie: hey, ich bin noch da! Bis jetzt in Remission und hoffe, daß bei meinem jährlichen Termin im September das Gleiche heraus kommt. Mein Lymphödem: blöd - aber krieg ich hin. Ja, manchmal nervt es, wenn ich zum x-ten mal gefragt werde warum ich den Armstrumpf tragen muss, aber ich sage mir dann, dass nur Aufklärung Akzeptanz gibt. Trotz COPD trage ich meinen schlecht sitzenden Kompressionsbolero. Er löst zwar nicht das Problem Schwellung in der Axel aber am Brustkorb, auch wenn mir das Atmen etwas schwerer fällt. Vorteil: keine Schmerzen und keine unförmigen Schwellungen (narbenbedingt). In 2/12 Wochen werde ich wieder in die Ödemklinik fahren zur stationären Entstauung. Dazu kann auch ich dir nur raten, kann alle 4 Jahre über die Krankenkasse beantragt werden. Letztes Jahr war ich zum ersten Mal da und es hat mir auch für den Kopf geholfen. Alle dort haben ein Lymphproblem, oft viel schlimmer als ich. Man tauscht Tips aus, erfährt dort viel Verständnis und merkt, dass die Einschränkungen durch die Kompression relativ sind. Ich kann dir den Aufenthalt in einer Ödemklinik nur wärmsten empfehlen, ich buche mir das jedes Jahr privat. Vielleicht macht es dann bei dir Klick und du kannst damit besser umgehen. Du könntest auch mit deinem Hausarzt sprechen, vielleicht kann er dir jemanden empfehlen der/die dir professionelle Hilfe geben kann. Liegt nicht jedem, wäre aber vielleicht ein Versuch. Einen anderen Lösungsansatz hätte ich jetzt auch nicht, aber vielleicht ermutigt es dich andere Geschichten zu lesen.

    Liebe Grüße

    MR35

  • Uli29
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    • 19. August 2026 um 11:25
    • Offizieller Beitrag
    • #6
    Zitat von Dr. Martin

    @DR Lipödem und hereditäres ( erbliches) Lymphödem Arme und Beine ... da habe ich meine "Diagnosezweifel"

    Meine Empfehlung : 2.Meinung bei erfahrenem Lymphologen/Ambulanz einer Fachklinik einholen

    Ich auch!

    Früher haben Ärzte häufig aus Angst vor Regress bei Patientinnen mit Lipödem oder Adipositas per magna ein „Lymphödem“ bescheinigt, wenn sie MLD verordnet haben.


    Den Begriff „heriditär“ gibt es in der Lymphologie praktisch nicht mehr, siehe hierzu die Veröffentlichungen von Rene Hägerling zum primären Lymphödem.

    Freundliche Grüße

    Uli29

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  • Tina Schwarz
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    • 19. August 2026 um 14:28
    • Offizieller Beitrag
    • #7

    Liebe Caro ( Dragonfaee)

    erstmal herzlich willkommen! ❤️ Und ich glaube, mit diesem Thema bist du definitiv nicht allein.

    Ich kann das sogar total gut nachvollziehen: Wenn die Kompression erstmal an ist, ist alles gut und man merkt, wie angenehm sie eigentlich ist – aber dieses „Jetzt muss ich das Ding erstmal anziehen…“ kann im Kopf plötzlich zu einem riesigen Berg werden. 🙈

    Vielleicht hilft es dir, gar nicht mit dem Anspruch ranzugehen: „Ich MUSS sie jetzt wieder jeden Tag tragen.“ Gerade wenn du sie mehrere Wochen nicht getragen hast, würde ich die Hürde erstmal bewusst kleiner machen. Nimm dir z. B. vor: Heute ziehe ich sie nur an. Wie lange ich sie dann trage, entscheide ich später. Oft ist nämlich das Anfangen das eigentliche Problem.

    Was auch helfen kann: Mach das Anziehen zu einer festen Routine und verknüpfe es mit etwas Schönem. Lieblingsmusik an, danach einen Kaffee ... irgendwas, worauf du dich freust. 😊 Und leg dir am Abend schon alles so hin, dass du morgens möglichst wenig darüber nachdenken musst.

    Und ganz wichtig: Versuch dich nicht fertigzumachen, wenn es mal nicht klappt. Dieses „Jetzt habe ich es schon wieder nicht geschafft“ macht die Blockade meistens nur noch größer. Lieber jeden einzelnen Tag, an dem es klappt, als Erfolg verbuchen. ❤️

    Vielleicht wäre auch spannend, einmal genauer hinzuschauen: Was genau löst diese Blockade bei dir aus? Ist es der Aufwand? Das Anziehen selbst? Das Gefühl von „Ich muss“? Oder erinnert dich die Kompression in dem Moment einfach zu sehr an deine Erkrankung? Manchmal steckt hinter so einer Blockade nämlich viel mehr als reine „Unlust“.

    Und vielleicht sammeln wir hier ja noch ein paar richtig gute Tricks – ich bin gespannt, was die anderen Mädels dazu schreiben. 😊❤️

    Mit freundlichen Grüßen

    Tina Schwarz

    zert. Ernährungsberatung, Trainerin, Lipödem- und Abnehmcoach

    E-Mail: tina@r4ys.de

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