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  3. Lipödeme

Will die Földi Klinik das Lipödem als andere Krankheit einstufen?

  • Sprinter
  • 21. August 2026 um 19:17
1. offizieller Beitrag
  • Sprinter
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    • 21. August 2026 um 19:17
    • Offizieller Beitrag
    • #1

    Was hinter dem Begriff „Lipalgie-Syndrom“ steckt – und was sich tatsächlich ändert

    Stand: August 2026

    In sozialen Medien und Selbsthilfegruppen wird derzeit teilweise behauptet, die Földi Klinik wolle das Lipödem künftig als eine andere Krankheit einstufen. Manche Betroffene befürchten sogar, das Lipödem solle als Adipositas oder psychische Erkrankung behandelt werden. Die öffentlich zugänglichen Stellungnahmen der Klinik und die aktuellen medizinischen Regelungen ergeben jedoch ein deutlich differenzierteres Bild.

    Tatsächlich vertritt die Földi Klinik ein verändertes Verständnis des Lipödems und verwendet dafür zunehmend den Begriff „Lipalgie-Syndrom“. Eine offizielle Abschaffung der Diagnose Lipödem oder ihre Umwandlung in eine psychische Erkrankung ist damit jedoch nicht verbunden.

    Warum spricht die Földi Klinik vom „Lipalgie-Syndrom“?

    Der Begriff Lipödem setzt sich aus „Lip“, also Fett, und „Ödem“, einer Flüssigkeitsansammlung im Gewebe, zusammen. Nach älteren Vorstellungen galt das Lipödem deshalb als Erkrankung, bei der neben einer auffälligen Fettverteilung auch eine Störung des Flüssigkeits- oder Lymphabflusses eine wesentliche Rolle spielt.

    Die Földi Klinik vertritt inzwischen die Auffassung, dass dies beim reinen Lipödem nicht zutrifft. Auf ihrer Internetseite bezeichnet sie das Krankheitsbild als „Lipalgie-Syndrom“. Gemeint ist damit eine Kombination aus einer disproportionalen Fettgewebsverteilung an Beinen und gegebenenfalls Armen sowie Schmerzen oder anderen Beschwerden in diesem Fettgewebe.

    „Lipalgie“ bedeutet vereinfacht „Schmerz im Fettgewebe“. Die neue Bezeichnung soll verdeutlichen, dass nach Ansicht der Klinik nicht die Flüssigkeitseinlagerung, sondern vor allem die Schmerzsymptomatik im Vordergrund steht. Die Földi Klinik erklärt ausdrücklich, dass das reine Lipalgie-Syndrom keine Ödemerkrankung und keine Funktionsstörung des Lymphsystems sei. Darstellung der Földi Klinik

    Das ist zunächst eine Änderung des Krankheitsmodells und der verwendeten Sprache – keine amtliche Umbenennung.

    Was sagt die aktuelle medizinische Leitlinie?

    Wesentliche Teile dieses veränderten Verständnisses finden sich auch in der deutschen S2k-Leitlinie zum Lipödem aus dem Jahr 2024. Sie beschreibt das Lipödem als schmerzhafte, disproportionale und symmetrische Fettgewebsverteilungsstörung der Extremitäten, die fast ausschließlich bei Frauen vorkommt.

    Nach der Leitlinie gehören insbesondere Druck- und Berührungsschmerzen, Spontanschmerzen sowie ein Schweregefühl zum Krankheitsbild. Eine disproportionierte Fettverteilung ohne entsprechende Beschwerden soll dagegen nicht als Lipödem, sondern als Lipohypertrophie bezeichnet werden.

    Die Leitlinie stellt außerdem fest, dass das Lipödem in erster Linie weder eine Ödemerkrankung noch eine venöse oder lymphatische Funktionsstörung ist. Ein zusätzliches Lymphödem oder eine andere Form der Flüssigkeitseinlagerung kann trotzdem vorkommen, muss dann aber als eigenständige Begleiterkrankung diagnostiziert werden.

    Auch die frühere Annahme, jedes Lipödem werde zwangsläufig immer schlimmer, wird relativiert. Nach der Leitlinie soll es nicht grundsätzlich als fortschreitende Erkrankung betrachtet werden. Der Verlauf hängt unter anderem von individuellen Faktoren und möglichen Gewichtszunahmen ab. Die sichtbaren Stadien beschreiben zudem hauptsächlich die Form und Struktur des Gewebes. Sie sagen nicht zuverlässig aus, wie stark die Schmerzen oder Einschränkungen einer Patientin sind. S2k-Leitlinie Lipödem 2024

    Die Leitlinie trägt jedoch weiterhin ausdrücklich den Namen „Lipödem“. Der Begriff „Lipalgie-Syndrom“ wurde somit nicht als neue offizielle Diagnose übernommen.

    Wird das Lipödem damit zur Adipositas erklärt?

    Nein. Die Földi Klinik bezeichnet Lipödem, Adipositas und Lymphödem ausdrücklich als unterschiedliche Erkrankungen. Sie können allerdings gleichzeitig auftreten und sich gegenseitig beeinflussen.

    Auch die aktuelle Leitlinie stellt klar, dass ein Lipödem weder durch Adipositas verursacht wird noch seinerseits automatisch Adipositas verursacht. Eine zusätzliche Adipositas kann das Beschwerdebild jedoch verschlechtern. Bei starker Adipositas kann außerdem ein eigenständiges, Adipositas-assoziiertes Lymphödem entstehen.

    Die Klinik weist darauf hin, dass bei vielen Patientinnen mit einer früher gestellten Lipödemdiagnose zusätzlich oder vorrangig Übergewicht beziehungsweise Adipositas vorliegt. Daraus leitet sie die Forderung ab, beide Krankheitsbilder sorgfältig voneinander abzugrenzen und gegebenenfalls parallel zu behandeln. Bereits in einer Stellungnahme von 2019 schrieb die Klinik, dass Lipödem, Adipositas und Lymphödem drei grundsätzlich unabhängige Erkrankungen seien. Stellungnahme der Földi Klinik von 2019

    Die Aussage, die Földi Klinik wolle das Lipödem einfach in Adipositas umbenennen, ist daher nicht richtig.

    Soll das Lipödem als psychische Erkrankung gelten?

    Auch dafür gibt es keinen Beleg. Die Földi Klinik betrachtet psychische und psychosoziale Faktoren allerdings als wichtigen Bestandteil einer umfassenden Behandlung. Dazu gehören beispielsweise Depressionen, Essstörungen, traumatische Belastungen, Probleme mit der Körperakzeptanz oder eine erhöhte Schmerzempfindlichkeit.

    Solche Faktoren können beeinflussen, wie Schmerzen erlebt und verarbeitet werden. Das bedeutet aber nicht, dass die Schmerzen eingebildet sind oder das Lipödem zu einer psychischen Erkrankung erklärt wird. Vielmehr sollen körperliche und psychische Belastungen jeweils erkannt und behandelt werden.

    Auch die S2k-Leitlinie empfiehlt, psychische Belastungen bei Diagnostik und Therapie zu berücksichtigen. Daraus lässt sich jedoch keine rein psychische Ursache des Lipödems ableiten. Die genauen Entstehungsmechanismen des Krankheitsbildes sind weiterhin nicht vollständig geklärt.

    Welche Folgen hat das neue Verständnis für die Behandlung?

    Die größte praktische Veränderung betrifft die manuelle Lymphdrainage. Da bei einem reinen Lipödem nach dem heutigen Verständnis keine relevante Flüssigkeitsansammlung vorliegen muss, führt die Földi Klinik bei einem reinen Lipalgie-Syndrom keine manuelle Lymphdrainage mehr durch. Besteht zusätzlich ein diagnostiziertes Lymphödem oder ein Ödem anderer Ursache, kann eine entstauende Behandlung dagegen weiterhin notwendig sein.

    Kompression bleibt auch beim Lipödem ein wichtiger Bestandteil der konservativen Behandlung. Ihr Ziel ist dabei vor allem, Schmerzen und andere Beschwerden zu reduzieren – nicht, Fettgewebe „wegzudrücken“. Hinzu kommen Bewegung und Physiotherapie, Gewichtsmanagement bei zusätzlichem Übergewicht, Selbstmanagement, psychosoziale Unterstützung und gegebenenfalls eine Liposuktion.

    Die Földi Klinik empfiehlt die Liposuktion nach eigener Darstellung nur in entsprechend ausgewählten Fällen. Die S2k-Leitlinie hält sie grundsätzlich für eine mögliche operative Behandlung, weist aber zugleich darauf hin, dass sie das Lipödem nicht heilt. Sie kann jedoch Schmerzen lindern und die Lebensqualität verbessern.

    Bleibt das Lipödem eine offiziell anerkannte Krankheit?

    Ja. In der für Deutschland geltenden ICD-10-GM 2026 ist das Lipödem weiterhin mit eigenen Diagnosecodes aufgeführt:

    • E88.20: Lipödem, Stadium I
    • E88.21: Lipödem, Stadium II
    • E88.22: Lipödem, Stadium III
    • E88.28: sonstiges oder nicht näher bezeichnetes Lipödem

    Die Diagnose befindet sich im Abschnitt E88.2 „Lipomatose, anderenorts nicht klassifiziert“. Ein gleichzeitig bestehendes Lymphödem muss gesondert codiert werden. ICD-10-GM 2026 des BfArM

    Eine einzelne Klinik kann diese amtliche Klassifikation nicht selbst ändern. Aus den öffentlich zugänglichen Erklärungen der Földi Klinik ergibt sich auch keine angekündigte formelle Umstufung des Lipödems in Adipositas oder eine psychische Erkrankung.

    Seit dem 1. Juli 2026 kann eine Liposuktion bei Lipödem unter festgelegten Voraussetzungen zudem unabhängig vom bisherigen Stadium über die gesetzliche Krankenversicherung abgerechnet werden. Zu den Voraussetzungen gehören unter anderem typische Diagnosemerkmale und eine zuvor durchgeführte konservative Behandlung. Informationen der Kassenärztlichen Bundesvereinigung

    Fazit

    Die Behauptung, die Földi Klinik wolle das Lipödem einfach als eine andere Krankheit einstufen, greift zu kurz. Richtig ist: Die Klinik verwendet den Begriff „Lipalgie-Syndrom“ und betrachtet das reine Lipödem nicht mehr vorrangig als Flüssigkeits- oder Lymphabflussstörung. Im Mittelpunkt stehen für sie die schmerzhafte Fettgewebsverteilung und mögliche Begleiterkrankungen.

    Das Lipödem wird dadurch weder pauschal zur Adipositas noch zur psychischen Erkrankung erklärt. Es bleibt eine offiziell anerkannte körperliche Erkrankung mit eigenen Diagnosecodes und geregelten Behandlungsmöglichkeiten.

    Einzelne Bestandteile des neuen Krankheitsmodells werden fachlich weiterhin diskutiert. Gerade weil die wissenschaftliche Datenlage in einigen Bereichen begrenzt ist, sollten Diagnostik und Behandlung individuell erfolgen und unterschiedliche mögliche Ursachen für Schmerzen, Umfangsvermehrung oder Schwellungen sorgfältig abgeklärt werden.

    Mit freundlichen Grüßen

    LymphNetzwerk
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    • 22. August 2026 um 14:24
    • #2

    Diese ,aus neuen wissenschaftlichen Erkenntnissen geänderte Krankheitsbezeichnung, ist keineswegs nur eine "Entscheidung" der Földiklinik . Sie beruht auf vielfältigen wissenschaftliche Forschungsergebnissen ( z.B. dass sich ein Ödem mit heutigen Methoden nicht nachweisen lies , der Lymphabfluss nicht beeinträchtigt ist ... u.s w.) und einem Internationalen Konsensus welcher in zahlreichen wissenschaftlichen Konferenzen und Konsensustreffen hergestellt wurde.

    Mit freundlichen Grüßen

    Dr. Peter Martin

    Chefarzt Földiklinik i.R.
    Hinterzarten
    Földiklinik Tel. 07652-124-0
    https://www.foeldiklinik.de/

    Einmal editiert, zuletzt von Dr. Martin (22. August 2026 um 14:49)

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    • 22. August 2026 um 14:51
    • #3

    ... und natürlich ergibt sich aus diesen Erkenntnissen auch eine andere therapeutische Schwerpunktsetzung

    Mit freundlichen Grüßen

    Dr. Peter Martin

    Chefarzt Földiklinik i.R.
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    • 1. September 2026 um 07:22
    • #4

    :thumbup:Die Kompressionstherapie bleibt nach wie vor Hauptsäule bei dieser Erkrankung, denn sie rdeduziert die Schmerzen und es gibt eine Studie von Szolnoky, dass sogar die spontanen Hämatome weniger werden. Und nur so als Nebenbemerkung: in den neuen Leitlinien ist die Stadieneinteilung gar nicht erwähnt, sondern die Beschwerden.

    Mit freundlichen Grüßen

    Dr. med. F.-J. Schingale
    ärztlicher Leiter Lympho Opt Klinik
    Pommelsbrunn
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    • 1. September 2026 um 10:21
    • #5

    Die Földiklinik hat eine lange Stellungnahme abgegeben. Hier für Interessierte zum Nachlesen, gibt einen schönen Überblick über die aktuelle Situation, die Zukunft und den Wissensstand, Konsens und Dissens :) (Ja auch wir Experten sind uns nicht immer einig und ja Wissenschaft heisst auch ständige Veränderungen und Neubewertungen)

    Dateien

    Antwort Föliklinik auf offenen Brief zur Situation Behandlung Lipödem.pdf 126,67 kB – 30 Downloads

    Freundliche Grüße,
    Dr. med. univ. Markus Killinger

    Arzt für Allgemeinmedizin
    Lymphologische Sprechstunde
    http://www.dr-killinger-angerberg.com/praxis

  • Katta
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    • 1. September 2026 um 14:34
    • #6

    Vielen Dank für das Teilen der Antwort der Földiklinik.

    Ich habe sie von A bis Z gelesen. Als Laie finde ich sie nicht leicht zu verstehen, da - verständlicherweise - sehr medizinisch geantwortet wird.

    Zu großer Aufregung führte ja die Entscheidung der Földiklinik, bei reinen Lipalgie Syndrom-Betroffenen keine manuelle Lymphdrainage (MLD) mehr durchzuführen.

    Aus der nun veröffentlichten Antwort der Földiklinik auf den offenen Brief der Lymphselbsthilfe e.V. nehme ich dazu für mich mit, dass

    • bei einem REINEM Lipalgie-Syndrom sanfte, fließende Hautmassage bei manchen Betroffenen eine geringgradige, temporäre Schmerzreduktion bewirken KANN, dies aber keine Verordnung/Durchführung von MLD rechtfertigt. Vielmehr könnte diese sanfte Massage auch von den Lipalgie-Betroffenen selbst bei sich durchgeführt werden. Sie erfordert keine bestimmte Technik, wie sie bei der MLD angewandt wird. (Tz. 2.2)
    • Zusätzlich bindet die (nicht erforderliche) MLD bei reinen Lipalgie Syndrom-Betroffenen wichtige therapeutische Kapazitäten, die für Lymphödem-Betroffene dringend benötigt werden. (Tz. 2.4)
    • Wenn Patienten der Földiklinik neben dem Lipalgie-Syndrom zusätzlich ein Lymphödem haben, bekommen sie in der Klinik auch weiterhin MLD, weil MLD zur Behandlung des LYMPHÖDEMS weiterhin angezeigt ist. (Tz. 2.5)

    Habe ich das zum Thema MLD halbwegs korrekt zusammengefasst? 😊

  • Uli29
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    • 1. September 2026 um 14:48
    • Offizieller Beitrag
    • #7

    Wir als Selbsthilfegruppe haben schon 2021 entschieden, Betroffene mit reinem Lipödem nahezulegen, eine andere Klinik aufzusuchen.

    Freundliche Grüße

    Uli29

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    • 1. September 2026 um 19:25
    • Offizieller Beitrag
    • #8
    Zitat von Uli29

    eine andere Klinik aufzusuchen.

    Welche Klinik ?

    Freundliche Grüße CR1
    Christiana Rothhardt
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    • 1. September 2026 um 20:53
    • Offizieller Beitrag
    • #9

    Also, ich habe jetzt eine Frau mit reinem Lipödem, der die Földiklinik bescheinigt hat, dass sie keine Indikation für MLD hat und da das im Entlassungsbrief nach Reha steht, bekommt sie jetzt zu Hause keine MLD mehr.

    Die MLD hat ihr aber subjektiv sehr geholfen, sie ist am Boden zerstört.

    Bei der Entscheidung für eine Klinik würde ich jetzt fragen, was ist denn nach dem Lipödem das zweitgrößte Problem?

    Adipositas? Orthopädische Beschwerden?

    Freundliche Grüße

    Uli29

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    • 2. September 2026 um 07:01
    • #10
    Zitat

    Die MLD hat ihr aber subjektiv sehr geholfen, sie ist am Boden zerstört.

    Ist das aber eine Krankenkassenleistung wenn mir etwas gut tut? Soll das die Allgemeinheit bei den knappen Geldern übernehmen und es dafür dann Probleme mit Lymphödemen gibt, weil die ambulanten Praxen dadurch überlastet sind? Wer kann denn heute noch die Phase 1 der KPE ambulant bei einer Praxis durchführen lassen? Selbstmanagement!!! Seit 1996 von der Internationalen Gesellschaft für Lymphologie gefordert, in Deutschland ert seit 2017 in der S2k-Leitlinie verankert. Die Kompression nimmt den Schmerz und hilft subjektiv, wenn sie regelmäßig getragen wird.

    Adipositas ist ein riesiges gesellschaftliches Problem, ebenso die orthopädischen Beschwerden. Je mehr der Bauch, desto größer das Hohlkreuz und dadurch dann die Probleme beim Gehen, da die Nerven gedrückt werden.

    Mit freundlichen Grüßen

    Dr. med. F.-J. Schingale
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    • 3. September 2026 um 11:02
    • #11
    Zitat von Katta

    Vielen Dank für das Teilen der Antwort der Földiklinik.

    Ich habe sie von A bis Z gelesen. Als Laie finde ich sie nicht leicht zu verstehen, da - verständlicherweise - sehr medizinisch geantwortet wird.

    Zu großer Aufregung führte ja die Entscheidung der Földiklinik, bei reinen Lipalgie Syndrom-Betroffenen keine manuelle Lymphdrainage (MLD) mehr durchzuführen.

    Aus der nun veröffentlichten Antwort der Földiklinik auf den offenen Brief der Lymphselbsthilfe e.V. nehme ich dazu für mich mit, dass

    • bei einem REINEM Lipalgie-Syndrom sanfte, fließende Hautmassage bei manchen Betroffenen eine geringgradige, temporäre Schmerzreduktion bewirken KANN, dies aber keine Verordnung/Durchführung von MLD rechtfertigt. Vielmehr könnte diese sanfte Massage auch von den Lipalgie-Betroffenen selbst bei sich durchgeführt werden. Sie erfordert keine bestimmte Technik, wie sie bei der MLD angewandt wird. (Tz. 2.2)
    • Zusätzlich bindet die (nicht erforderliche) MLD bei reinen Lipalgie Syndrom-Betroffenen wichtige therapeutische Kapazitäten, die für Lymphödem-Betroffene dringend benötigt werden. (Tz. 2.4)
    • Wenn Patienten der Földiklinik neben dem Lipalgie-Syndrom zusätzlich ein Lymphödem haben, bekommen sie in der Klinik auch weiterhin MLD, weil MLD zur Behandlung des LYMPHÖDEMS weiterhin angezeigt ist. (Tz. 2.5)

    Habe ich das zum Thema MLD halbwegs korrekt zusammengefasst? 😊

  • MR35
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    • 3. September 2026 um 11:42
    • #12

    Ich verstehe das auch so. Ich habe auch nicht verstanden warum Lymphödem und „Lipödem“ leider oft in einen Topf geworfen werden. Ich denke es liegt an der Trägheit und Unwissenheit unseres Kassensystem und leider auch an teilweise, ich betone teilweise, festgefahrenen Meinungen und fehlender Offenheit mancher Ärzte/Ärztinnen. Bei Robert Koch oder Ignaz Semmelweiß hat es Jahrzehnte gedauert bis ihre Erkenntnisse offiziell anerkannt wurden.

    Es stimmt, dass man als Lymphödempatient richtig Probleme hat Termine zu bekommen, geschweige denn Bandagieren - gibt es im selbst weitern Umkreis nicht. Subjektiv kann ich berichten, dass Physiotherapeuten ( m + w ) sehr frustriert sind, dass sie Verordnungen ausführen müssen, bei denen Lymphödem/Lipödempatienten nach der MLD noch nicht einmal ihre Kompressionskleidung anziehen wollen.
    Ich denke wir haben hier ein grundsätzliches Problem. Stiefkind Lymphödem, fehlende Aufklärung und Compliance, Durchsetzung und Anwendung medizinischer Erkenntnisse im Krankenkassensystem.
    Leider habe ich dies letztes Jahr bei meinem Aufenthalt in Bad Berleburg erlebt. Patienten mit Lymphödem trugen auch noch zum Abendbrot ihre Bandagen, während Etliche (nicht alle) Lipödempatientinnen diese schon am Nachmittag abgelegt hatten. Ich möchte betonen, dass dies eine persönliche Erfahrung ist und bestimmt niemanden diffamieren soll. Sollte sich jemand angegriffen fühlen, entschuldige ich mich dafür, das ist nicht meine Absicht, sondern ein persönlichen Einblick auf einen zeitlich und örtlichen begrenzten Abschnitt.

    Es muß endlich beiden Krankheitsbildern gerecht werden.

  • MR35
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    • 4. September 2026 um 14:44
    • #13
    Zitat von Uli29

    Wir als Selbsthilfegruppe haben schon 2021 entschieden, Betroffene mit reinem Lipödem nahezulegen, eine andere Klinik aufzusuchen.

    Welche Klinik wäre das? Ich habe eine Bekannte die mit Ihrem Lipödem Hilfe sucht.

  • Uli29
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    • 4. September 2026 um 15:07
    • Offizieller Beitrag
    • #14

    eine andere Klinik, die zu den Problemen der Betroffenen passt.

    Liegt Adipositas vor?

    Besteht eine Essstörung?

    Hat sie Orthopädische Probleme infolge der Fehlstellung im Kniegelenk oder infolge der Verteilung des Gewichtes im LWS-Bereich?

    Oder liegt eine depressive Problematik vor? Oder eine psychosomatische Problematik?


    Der Knackpunkt ist doch:

    Wenn keine Flüssigkeit eingelagert ist, warum dann KPE Phase1?

    Freundliche Grüße

    Uli29

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    • 4. September 2026 um 15:07
    • #15

    Brauchen wir eigentlich einen neuen Namen für Lipödem??? Ödem wurde erst in neuerer Zeit als Flüssigkeitsansammlung im Gewebe, die man sehen und tasten kann definiert. Ödem stammt ursprünglich aus dem Altgriechischen. Es leitet sich von dem Wort oídēma (οἴδημα) ab, was übersetzt schlicht „Schwellung“, „Geschwulst“ oder „Beule“ bedeutet. Und das haben wir ja beim Lipödem!!!!

    Mit freundlichen Grüßen

    Dr. med. F.-J. Schingale
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  • MR35
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    • 4. September 2026 um 15:17
    • #16
    Zitat von Uli29

    eine andere Klinik, die zu den Problemen der Betroffenen passt.

    Liegt Adipositas vor?

    Besteht eine Essstörung?

    Hat sie Orthopädische Probleme infolge der Fehlstellung im Kniegelenk oder infolge der Verteilung des Gewichtes im LWS-Bereich?

    Oder liegt eine depressive Problematik vor? Oder eine psychosomatische Problematik?


    Der Knackpunkt ist doch:

    Wenn keine Flüssigkeit eingelagert ist, warum dann KPE Phase1?

    Alles anzeigen

    Alle 4 Fragen: Nein. Sie hat in Ihrem möglichen Rahmen schon abgenommen. Es geht nicht um KPE 1, sondern eine Klinik für das "Lipargie/Syndrom/Lipödem" die weitere Schritte einleitet.

  • Uli29
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    • 4. September 2026 um 15:53
    • Offizieller Beitrag
    • #17

    wie ist denn der BMI?

    Für die Liposuktion über GKV müssen ja Grenzwerte unterschritten sein.


    Unter welchen Beschwerden des Lipalgie-Syndroms leidet sie denn am Meisten?

    Trägt sie Kompression und macht sie Sport in Kompression? Lindert das die Schmerzen ausreichend?

    Was erhofft sie sich von einer stationären Reha?


    Ist sie noch Berufstätig oder bereits in Rente?

    Freundliche Grüße

    Uli29

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    • 4. September 2026 um 18:13
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    • #18
    Zitat von MR35

    Sie hat in Ihrem möglichen Rahmen schon abgenommen. Es geht nicht um KPE 1, sondern eine Klinik für das "Lipargie/Syndrom/Lipödem" die weitere Schritte einleitet.

    Liebe MR35,

    es wäre besser wenn sie selbst (Bekannte ) ihre Fragen hier stellt. Da erhält sie dann Antworten auf ihre Fragen, nicht über 3.

    Wie findest Du das ?

    Freundliche Grüße CR1
    Christiana Rothhardt
    http://www.lymphnetzwerk.de

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    • 4. September 2026 um 22:08
    • #19

    Ja, zu dieser Erkenntnis bin ich jetzt auch gekommen, sorry. Ich werde es ihr nahelegen. Danke

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