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  2. Dr. Markus Killinger

Beiträge von Dr. Markus Killinger

  • Venentabletten…

    • Dr. Markus Killinger
    • 15. Juni 2026 um 09:08

    Bei einem durch eine Venenschwäche bedingten Ödem (und nur da) kann die Gabe von mikronisiertem Diosmin/Hesperidin (Dioscomp, Original war Daflon) unterstützend wirken. Dosierung 1-0-1. Der Wirkmechanismus ist gut erforscht und die Datenlage ausreichend laut guidelines for the management of chronic venous disease.

    Wichtig: Nur unterstützend, ersetzt nicht den dringend benötigten Strumpf! Ohne Strumpf wird das Ödem nicht weniger werden.


    lg, Dr. Killinger

  • Diabetes und Lymphödem

    • Dr. Markus Killinger
    • 11. Juni 2026 um 11:52

    Sehr diffuse Daten zu Omega 3. Nur bei neurologischen Erkrankungen gute Datenlage, Herzerkrankungen wahrscheinlich positiver Effekt... restliche Erkrankungen kein Nutzen beweisbar!

    Wenn eine Einnahme tgl. durchgeführt wird, dann maximale Tagesdosis von 2,5g beachten, ansonsten her negative Effekte auf z.B. Herz- Kreislauf.

    Eher "Hypeprodukt" mit wahrscheinlichem schwachem positiven Nutzen bei neurologischen Erkrankungen

  • Impfung gegen Streptokokken A?

    • Dr. Markus Killinger
    • 8. Juni 2026 um 19:53

    Ich konnte zu einer Streptokokken A Impfung bzw. Entwicklung einiges finden, jedoch Studien überwiegend in den Anfangsstadien und noch weit weg von einer Marktzulassen bzw. Pilotstudie. Nur gegen Streptococcus pneumoniae gibt es aktuelle die "Pneumokokkenimpfung" neu kostenfrei im Impfprogramm in Österreich.


    Mag sein, dass etwas entwickelt wird, aber man sollte immer die Markteinführung und erfolgreiche Phase III Studien abwarten. Ob und wie sich das auf ein Erysipel dann wirklich auswirkt, wird dann sicher erst einige Jahre nach Markteinführung ersichtlich werden.


    lg, Dr. Killinger

  • Heparinspritze bei Erysipel

    • Dr. Markus Killinger
    • 1. Juni 2026 um 18:29
    Zitat von Uli29

    Man sollte aber die Form der Thromboseprophylaxe sorgfältig besprechen, Heparin hat gefürchtete Nebenwirkungen.

    MIT der Indikation zur Thromboseprophylaxe bin ich sehr großzügig

    Zur Einordnung:

    Die gefürchtete Nebenwirkung (HIT, heparin- induzierte Thrombozytopenie) ist allerdings selten und Abhängig von den Operationen zB. Herzoperationen bis 5% Risiko und Gefäßoperationen 0,5-1% Risiko! Es gibt auch eine milde Variante HIT1 und eine schwere Variante HIT2.

    Das Risiko kann nochmals um den Faktor 10! reduziert werden, wenn niedermolekulares Heparin wie Lovenox, Enoxaparin, Celxane, Fragmin, Inhixia etc. verordnet wird (dies ist auch eigentlich der Standard!)


    Also keine Sorge vor der Anwendung, wenn die Notwendigkeit besteht!

  • Genitalödem - Infekte

    • Dr. Markus Killinger
    • 27. April 2026 um 19:03

    Ich habe selten so lange über eine möglichst passende Antwort nachgedacht, wie über ihr posting. Ich finde nämlich ihr posting verdient eine Antwort auch wenn diese nicht befriedigend sein wird, nicht nur für sie selbst, sondern auch für mich.

    Die Tragik und die Verzweiflung sind spürbar, meine Hochachtung für die Kraft und den Mut, sich hinzusetzten und das alles so gut zusammenfassend zu schreiben.

    Neben dem menschlichem Leid steht natürlich auch die medizinische Frage und auch diese ist für mich nicht klar zu beantworten....

    Vielleicht ein paar Denkansätze für sie und ihre behandelnden Ärzte (sie müssen das nicht hier im Forum beantworten):

    1. Wie lange ist die Lymphchirurgische Versorgung her? Wurde später nochmals eine Bildgebung mit Lymhangiographie/ICG (eine grüne Farbe, die unter die Hautgespritzt wird und die Lymphbahnen sichtbar mach) gemacht? Z.B. bei Dr. Pieper in Bonn? Wurde der Grund für die (ich vermute mal anhand ihrer Beschreibung) Lymphbläschen/Lymphfisteln gefunden? Wurde ein Lymphgang verödet? Oder wurde eine LVA (lymph-venöse-Anastomose, eine Verbindung zwischen Vene und Lymphgefäß) OP durchgeführt? Wurde irgendein Rückfluss festgestellt.


    2. Wird weiterhin eine Kompression getragen und darunter eine Schaumstoffeinlage zB. JUZO Genitaleinlage für Frauen?


    3. Wie lange ist die Abklärung an der Infektiologie eines Krankenhauses her? Wurden Blutkulturen gemacht (aerob und anaerob), gab es zuvor zusätzlich zum Schwimmbadbesuch eine Fernreise? oder ans Mittelmeer? Wurde auf bei uns seltene Parasiten getestet?


    4. Wurde schon ein Antibiotikum als Depot in den Muskel alle 4 Wochen verabreicht?


    5. Wie lange ist die letzte stationäre Lymphreha her? Wäre eine Wiederholung in der Földiklinik zur Ödem- Fibrosenreduzierung hilfreich


    Ich weiß das ist nicht viel aber vielleicht ist ein Ansatz dabei, der ihnen weiterhelfen kann.

  • KI in der Medizin

    • Dr. Markus Killinger
    • 22. April 2026 um 06:20

    KI ist aus meiner Ordination nicht mehr wegzudenken und mildert zumindest etwas den eklatanten Kassenärztemangel mit einhergehender Explosion der täglich zu behandelnden Patienten ab.

    Sie hilft mir bei der Organisation, die Patientenakte ist sauber, verständlich und gut übersichtlich, Befunde können konvertiert werden und alles kann elektronisch innerhalb von Sekunden an behandelnde Ärzte versendet werden (natürlich verschlüsselt über eine eigene Ärztekommunikationssoftware!). Es bleibt mehr Zeit für das PatientInnen Gespräch!!!

    V.a. die Befundübermittlung ist essentiell! Ich möchte, dass meine Fachärzte, welche Zuweisungen von mir bekommen, die aktuellen Blutbefunde, Bilder, Medikamentenlisten, Allergien vorliegen haben. Am besten nicht in Papierform, sondern direkt über das Ärztebefundübermittlungsprogramm. Das hat den Vorteil, dass diese Befunde schon automatisch beim jeweiligen Facharzt in seiner Patientenkartei hinterlegt sind. Es entfällt die Zeit, mühsam Befunde zusammenzusuchen/anzufordern und das Risiko sinkt, wegen fehlender Informationen (z.B. Allergien), Fehlbehandlungen zu erzeugen! Auch Doppeluntersuchungen wie Labore und MRT/RÖ können so reduziert werden.

    Zusätzlich verwende ich ein Spracherkennungsprogramm, welches mir die Dokumentation massiv erleichtert! Auch lange Arztbriefe und Bestätigungen kann ich so viel schneller schreiben!

    Im nächsten Schritt teste ich ein Gerät, welches das Arzt/PatientInnengespräch aufzeichnet und daraus einen Arztbrief erstellt. Erkennt sogar "schweren" Tiroler Dialekt :)

    Das alles spart Zeit und Geld. Wir MÜSSEN dringend effizienter werden! In allen Bereichen! Nur so können wir die Herausforderung "mehr Arbeit, mehr Dokumentation, mehr Formulare, mehr Therapien, mehr Patienten aber weniger Personal" schaffen. Mein Ziel ist weiterhin: Die Kassenordination auch auf Terminbasis mit maximal 20 Minuten Wartezeit für die PatientInnen zu erhalten.

    Die Nachteile:

    Das Thema ist hochkomplex, es Bedarf hoher EDV Vorkenntnisse, es müssen massive Investitionen durchgeführt werden (welche aktuell von mir als Praxisinhaber 100% finanziell alleine gestemmt werden ohne Unterstützung!)! Ich habe z.B. eine 24h Überwachung meiner Systeme, eine firewall, mehrere Untersysteme, professionelle Antivirenprogramme, eine DSGVO konforme Auslagerung des Servers , neue hardware, welche auch die Anforderung von Windows 11 schafft (RAM, CPU, etc.), neue Telefonanlage mit mehr Kanäle. etc...

    Mein persönliches Unwort des Jahres 2025: Schnittstellen! Bis unsere Programme alle gelaufen sind... es waren zusätzlich 80 IT Technikerstunden nötig! Twse. sind Arztprogramme nicht mehr auf dem technischem Stand der Zeit und verursachen Kompatibilitätsprobleme!

    Man benötigt eine kompetente hardware Betreuungsfirma, bei Ausfällen steht der Betrieb und auch per Fernwartung ist der IT- Spezialist teuer (aktuell 180 Euro/Stunde! per Fernwartung), die MitarbeiterInnen müssen regelmäßig in der EDV geschult werden, neues muss ich als SOP hinterlegen, damit jeder eine Vorlage hat, Aufgaben nachzulesen!

    Bei Hackerangriffen steht das System auch, im worst case sind die Patientendaten verloren und im Netz verfügbar

    Nur noch 40% meiner Arbeitszeit verbringe ich mit ärztlichen/medizinsichen Tätigkeiten, die restlichen 60% sind Bürokratie, Formulare, Bestätigungen, EDV, IT Technik, Mitarbeiterplanung/Schulungen/Dienstpläne, Finanzierung, Zukunftsplanung, etc... und natürlich mein Hobby Lymphologie!

    Für meine MitarbeiterInnen, welche nicht mit PC/Internet aufgewachsen sind, ist die schiere Fülle der Informationen twse. schwer zu bewältigen. Sie müssen oft deutlich länger den Bildschirm anschauen, um alle darauf befindliche Informationen zu lesen, zu registrieren, zu verarbeiten und daraus Aktionen zu setzen. Bei mir reicht ein kurzer Blick, ich scane unbewusst den Bildschirm, eine richtige Konditionierung und sehr meistens sofort, was ich brauche/was fehlt/falsch oder nicht eingetragen ist, etc....

    Die Mehrkosten nur für die IT Sicherheit, Zertifikate, firewall, Antivirenprogramm, Echtzeitüberwachung, automatisierte Datensicherung tgl., Serverstruktur etc. pro Monat belaufen sich in der Ordination auf 3400 Euro, welche jedoch auch als Betriebsausgaben geltend gemacht werden können. Da sind software Lizenzen, Strom, Wartung, etc. noch gar nicht berücksichtigt.

    Leisten kann ich mir das nur, durch hohe Effizienz, eine hohe Anzahl an Patienten und einen überdurchschnittlich großen Anteil an Patienten mit einer Versicherung über die Beamten- Selbstständigen- und Lehrerversicherung. Diese zahlen pro Fall bis zu 4x mehr, als die "normale" Arbeiterversicherung. Ohne diese "Querfinanzierung" wäre so ein Betrieb nicht möglich. Dafür bin ich auch sehr dankbar.

    Ein Blick in die Schweiz: Dort kann per Telefon eine Beratung erfolgen, bei Bedarf wird eine Kamera hinzugeschaltet, 8 von 10 Anfragen könne über diesen ärztlichen Service abschließend behandelt werden. Die TelefonärztInnen dürfen auch Medikamente verordnen und Krankschreibungen ausstellen. In 2 von 10 Fällen ist eine Überweisung zu einem Facharzt oder persönlicher Kontakt nötig. Die TelefonärztInnen haben Zugriff auf online Terminvereinbarungen!!! für die jeweiligen Fachärzte und buchen sofort ein. Dieser Service wird über die Krankenkassen abgerechnet.

    Der Anbieter hat sich auch in Deutschland und Österreich beworben, scheitert bis jetzt aber an den gesetzlichen Auflagen und diversen Widerständen u.a. der Ärztekammer.

    Insgesamt ein spannendes Thema, ich persönlich würde mir mehr Unterstützung durch die Krankenkassen (nicht nur finanziell sondern auch IT technisch, etc.) wünschen. Aktuell hängt der technische Stand einer Ordination vom Interesse, EDV technischem Verständnis und den finanziellen Möglichkeiten ab! Viele meiner KollegenInnen sind auch in einem Alter, in dem sich solche Investitionen nicht mehr rechnen und auch das Wissen nicht so stark vorhanden ist. Diese leiden oft in den letzten Berufsjahren doch auch sehr an den geänderten Anforderungen und kommen mit dem Tempo der Veränderungen/Anforderungen nicht mehr mit! Diese Gruppe, welche aufgrund ihrer jahrzentelangen Erfahrung so unschätzbar wichtig ist, muss dringend vermehrt unterstützt werden.

  • Schmerzen im Arm mit Lymphödem

    • Dr. Markus Killinger
    • 19. April 2026 um 16:58
    Zitat von Dr. Martin

    .... für mich nicht ganz nachvollziehbar , da die rheumatoide Arthris genau das ist was der Volksmund Rheuma nennt ?

    Für die rheumatoide Arthrtis gibt es heute moderne Therapien jenseits von IBU

    Genau das!

    Die rheumatoide Arthritis kann sehr gut mittels Basistherapie und erweitere Medikamente behandelt werden. Sie sollten dringend nochmals Rücksprache mit ihrem Rheumatologen halten und sich ansonsten eine Zweitmeinung einholen!


    Ein Lymphödem verursacht keine Schmerzen! Wenn Schmerzen vorhanden sind, muss eine andere Ursache zugrunde liegen und behandelt werden.

  • Faszienmassage/Hüftschmerzen

    • Dr. Markus Killinger
    • 9. März 2026 um 07:25

    Ein lipödem- spezifischer Schmerz so lokalisiert und eingegrenzt auf eine Hüfte!!! ist unwahrscheinlich.

    Ich denke hier eher an ein orthopädisches Problem und ich würde ihnen raten, diesbezüglich ihren Hausarzt aufzusuchen. Dieser wird entweder selber schon das Problem eingrenzen können oder er wird sie gezielt weiter überweisen.

  • Thrombose?

    • Dr. Markus Killinger
    • 12. Februar 2026 um 20:53

    Nein! der D-DIMER ist extrem unspezifisch! Ich habe ihn aus meiner Praxis verbannt, weil wenn ich den Verdacht hatte, klinisch, war er immer... naja er könnte jetzt was zeigen, naja bis 0,5 ist ja normal... jetzt ist er 0,6 oder 0,4... was mach ich jetzt... muss jetzt eh zum Gefäßultraschall (Duplexsono).

    Er kann hochpositiv sein bei Entzündungen, Schwangerschaft, Lungeninfarkt, Herzinfarkt, Lungenentzündung, Tumorerkrankungen, etc.etc.

    oder das Gegenteil auch negativ, obwohl eine große Thrombose etc. besteht.

    Ich mache immer eine Duplexsono beim Radiologen meines Vertrauens, wenn erst in 1-2 Tagen verfügbar wegen Wochenende etc... Beginn mit Heparin und ehestmöglich Sono, bei Bestätigung Umstellen auf NOAK Tablette für 6 Monate und dann Evalierung, wenn es nix war... Heparin absetzen. Zusätzlich initial sofort Kompressionsstrumpf oder Bandage beim Immobilen.

    Laborwerte sind nur so gut wie derjenige, der sie in Auftrag gibt (hoffentlich mit einer Überlegung und nicht blind), ihre Limitationen und ihren zeitlichen Verlauf kennt! und derjenige der sie dann interpretiert in Zusammenschau mit der Beschwerdesymptomatik/Wahrscheinlichkeit und Risikoabschätzung für den einzelnen Menschen.

    Da muss man echt einiges beachten.

  • Manuelle Lymphdrainage bei Pilzinfektion

    • Dr. Markus Killinger
    • 2. Februar 2026 um 23:05

    Hallo!
    Das sind gute und berechtigte Fragen, wie Sie richtig bemerkt haben, gibt es zu Pilzinfektionen und Lymphödem meines Wissens nach keine dezidierte und leitliniengerechte Stellungnahme/einheitliches Vorgehen. Ob dies in der nun fertiggestellten S3 Leitlinie behandelt wird, kann ich leider noch nicht beantworten. Ich warte auch schon ganz gespannt auf die Veröffentlichung dieser Leitlinie.


    Bezüglich Ihrer Fragen würde ich hier pragmatisch vorgehen. Sprich: Wenn es sich um eine lokal begrenzte Pilzinfektion ohne systemische Einschränkungen wie z. B. Fieber, reduzierter Allgemeinzustand, Erysipele, etc. handelt, würde ich Lymphdrainage unter Aussparung der betroffenen Areale durchführen. Dies würde sich auch mit der Lehrmeinung „relative Kontraindikation“ decken.


    Vor Beginn einer Behandlung würde ich auf alle Fälle eine ärztliche Konsultation inklusive Therapie nach Abstrich (lokal und oder oral systemisch) veranlassen.


    Häufig treten Mykosen bei Lymphödem im Stadium 3 auf, dementsprechend ist hier auch eine potentielle Eintrittspforte für Bakterien und daraus folgende Erysipele zu erwarten (Erysipelrisiko bei Lymphödem Stadium 3 bis zu 72 % laut Studienlage!).


    Bei Mykosen im Zwischenzehenraum (Interdigitalmykose) würde ich dringend eine regelmäßige medizinische Fußpflege empfehlen.


    Bezüglich des Nagelpilzes, unter Behandlung (ich persönlich nehme bei dementsprechend Verdacht zuerst Proben aus dem betroffenen Nagel (Geschabsel) ab, lasse diese im Labor kultivieren und behandele bei positivem Befund systemisch (orale Tabletten) und lokal (Nagelfeile, Nagellack, etc.) solange bis der Nagel komplett herausgewachsen ist (Dauer bis zu 6 Monate, regelmäßige Laborkontrollen notwendig, bei Frauen im gebärfähigen Alter dringende Empfängnisverhütung besprechen!), spricht meiner Meinung nach auch nichts gegen die Durchführung von manueller Lymphdrainage/Kompression/Bandage.

  • Orthopädische Probleme wegen Asymmetrie (einseitiges Lymphödem)

    • Dr. Markus Killinger
    • 24. Januar 2026 um 10:39

    Gerne auch ein paar Einheiten Physiotherapie dazunehmen und da gezielt Übungen zur Kräftigung der Beinmuskulatur (auch mit einfachen alltagstauglichen Übungen für zuhause anleiten lassen) und Propriozeption (zur Sturzprophylaxe, das ist die Wahrnehmung es Körpers im Raum). Ebenso können Gleichgewichts Übungen helfen.

    Ich bin da ein großer Freund von Übungen mit dem Theraband:

    als Beispiel hier:

    Lymphödem - Therabandübungen

    oder ohne Geräte:

    Lymphödemklinik Wittlinger - Ödemgymnastik ohne Geräte

    mit Ball:

    Lymphödem Gymnastikgruppe mit Ball

    mit Stab:

    Lymphödem Gymnastik Gruppe mit Stäben


    Probleme sind ähnlich wie ohne Lymphödem. V.a. Fußschmerzen bei Senk-Spreiz- Plattfüßen, Hallux valgus, Arthrosen, etc. Warnzeichen können Schmerzen unter Belastung oder in Ruhe sein, Veränderung der Schuhgröße, Veränderung der Beinachsen (Kniegelenksabnützungen, Gonarthrose), etc.

    Muskuläre Veränderungen aufgrund der einseitigen Belastung, etc.

    Bei solchen Beschwerden wäre eine orthopädische und physiotherapeutische Vorstellung sinnvoll.

  • Wirkung von Entstauungskuren und Lymphovenösen Anastomosen

    • Dr. Markus Killinger
    • 9. Januar 2026 um 12:29

    Alternativ könnte nach Anbietern für eine Bioimpetanz Spectroskopie geschaut werden.

    Diese Geräte können auch zur Verl. KO von Volumina und Flüssigkeiten verwendet werden (leider nicht für die Messung von Fibrosen).

    z.B.

    https://www.quintessentialcare.net/new-page#:~:text=ImpediMed%C2%AE%20%2D%20SOZO%C2%AE,in%20an%20individual%20over%20time.

    Dieses Gerät hat sogar den LDEX integriert, mit dem man sogar subklinische (Stadium =) Lymphödeme früh detektieren kann.

    Cancer Related Lymphedema | L-Dex Analysis for Early Detection
    Detect lymphedema early with L-Dex®-the trusted point-of-care technology for accurate fluid change assessment in patients' limbs.
    www.impedimed.com

    Datenlage: Laufende Multicenterstudie mit 1.200 Probanden!

  • 25 jahre Post thrombotisches syndrom

    • Dr. Markus Killinger
    • 2. Januar 2026 um 19:41

    Ja bitte zuerst unbedingt eine stationäre Entstauung in einem Fachzentrum anstreben. Dann kann man in 3 Wochen abschätzen, was konservativ noch geht.

    Unbedingt auch eine phlebologische Kontrolle mit Bildgebung. Je nach Befund, v.a. wenn es kurzstreckige Verschlüsse gibt, könnte ein Stent in der betroffenen Vene helfen. Es gibt allerdings meines Wissens nur wenige Spezialisten, welche Stents in Venen durchführen. Ich habe da leider keine Kontakte parat, aber 4 Positivbeispiele, welche nach so einer OP (in der Schweiz) verbessert waren. Das längste Ergebnis liegt nun 8 Jahre zurück, der Stent ist immer noch offen und durchgängig. Laut Pat. hat sich v.a. der nächtliche Ruheschmerz durch die OP deutlich und der Schmerz unter Belastung auch, aber weniger deutlich, verbessert. Diese Pat. hatten aber nur kurzstreckige Stenosen, von maximal 3cm Länge.

    Nachteil ist natürlich die lebenslange Blutverdünnung, wobei deren Risiken gut zu managen sind. Es gibt jetzt ja Gott sei Dank genug verschiedene Präparate.

    Ich hoffe sehr für Sie, dass sie eine Verbesserung schon durch die konservative Therapie erfahren können.

    Bitte berichten sie weiter!


    lg, Dr. Killinger

  • Genetische Diagnostik des primären Lymphoedems

    • Dr. Markus Killinger
    • 5. Dezember 2025 um 14:24
    Zitat von Dr. Martin

    Dr.Hägerling ist der anerkannte Experte für die genetische Untersuchung bei Lymphödemen

    Ja und er war wieder einmal fantastisch mit seinem Vortrag beim Lymphkongress in Wien. Zusätzlich zur Expertise auch menschlich einfach top, bodenständig, freundlich und geerdet. Ich schätze ihn wirklich sehr.

  • Auslandssemester Spanien (Erasmus): Lymphdrainage, spanisches Forum + Versicherung

    • Dr. Markus Killinger
    • 17. November 2025 um 20:27

    Ich würde Fr. Yolanda Robledo kontaktieren, sie ist in Spanien und nach der Dr. Vodder Methode ausgebildet. sie hat auch Kontakte in Spanien.

    Der Inhalt kann nicht angezeigt werden, da Sie keine Berechtigung haben, diesen Inhalt zu sehen.

    Unsere andere Lymphdrainagelehrerin habe ich schon angefragt aber die sitzt zu weit weg von Grenada.

    lg und viel Glück!

  • MLD erst ab der 4. Woche nach LVA?

    • Dr. Markus Killinger
    • 27. Oktober 2025 um 08:15

    Primäre Lymphödeme zeigen eine große Streuung in ihrer Ausdehnung, Therapiebedürftigkeit und Neigung zur Fibrosierung bis hin zum Nichtansprechend auf die KPE mit fettiger Degeneration nach Jahrzehnten.

    Ursächlich sind unter anderem die unterschiedlichen Lymphgefäßabschnitte, die betroffen sein können, von totaler Fragmentierung von Lymphkapillaren (initiale Lymphgefäße) bis hin zu Hypoplasie von Präkollektoren und Kollektoren und in seltenen Fällen erhaltene Lymphgefäße aber fibrosierte und nicht mehr voll funktionsfähige Lymphknoten.

    Dies erklärt vielleicht die unterschiedlichen Verläufe und warum, wie Dr. Taeger gut zuvor erklärt hat, eine LVA oder LK- Transplantation beim primären Lymphödem auch Sinn machen kann. ziel ist dabei oft die Reduktion der Erysipelrate, Verringerung der Therapiebedüftigkeit, Fibroseerweichung, Verbesserung der Beweglichkeit der Gelenke und nicht so eine Reduktion der Umfänge. Dies ist oft nicht mehr möglich.

  • Nässende Lymphfisteln Schambereich/ Operativer Eingriff möglich???

    • Dr. Markus Killinger
    • 18. September 2025 um 23:05
    Zitat von Prof. Dr. med. Christian Taeger

    Fisteln im Genitalbereich sind in vielen Fällen eine Begleiterscheinung eines Beinlymphödems: Der Körper versucht, die Lymphlast durch Umgehungskreisläufe zu bewältigen. Leider nicht selten in Richtung Genitale, bei ausgeprägten Fällen zeigen sich neben einem Genitalödem auch Lymphfisteln. Das kann man auch im Rahmen eine Bildgebung (zB ICG) sehr gut nachvollziehen: Man injiziert den Fluoreszenzfarbstoff in das betroffene Bein, bei der erneuten Betrachtung am Folgetag (der Farbstoff braucht beim geschädigten Lymphabtransport relativ lange bis nach oben) kann man den Weg der Lymphe/des Farbstoffs vom Bein ins Genital sehr gut sehen.

    Das Dilemma dabei ist, dass eine intensive MLD oft zwar sehr hilfreich und wichtig für das betroffene Bein ist, das Genital darunter aber umso mehr leidet. Chirurgisch kann man diese Fisteln relativ einfach entfernen, wie oben beschrieben kommen sie aber oft wieder, da man ja das zugrundeliegende Problem nicht beseitigt hat. In einigen Fällen kann man durch Anlage von lymphovenösen Anastomosen am Bein neben der Verbesserung im Bereich des Beines auch eine geringere Sekretion am Genital erreichen. Alternativ kann Prof. Pieper in ausgewählten Fällen Lymphbahnen verschließen, die ins Genital ziehen.

    Zum Thema Kompression im Genitalbereich habe ich mit einer Firma eine Kompressionshose entwickelt, die (wenn alles gut geht) dieses Jahr auf den Markt kommt und eine sehr zielgerichtete Kompression für den Genitalbereich und den Unterbauch ermöglichen soll.

    Wie immer ein sehr guter Kommentar von Dr. Taeger! Danke dafür.

    Bezüglich der Kompression: Bitte Kompression bis Höhe des Nabels tragen! entweder einteilig als Strumpfhose oder zweiteilig.

    Unterstützend kann eine Schaumstoffeinlage für den Genitalbereich/Schamhügel getragen werden. Es gibt mehrere Produkte am Markt. Beispielhaft eine Genitalleinlage soft compress:

    Der Inhalt kann nicht angezeigt werden, da Sie keine Berechtigung haben, diesen Inhalt zu sehen.


    Bei starker Fistelbildung Vorstellung bei Prof. Pieper in Bonn zur Bildgebung und anschließender Besprechung, ob ein operativer Verschluss möglich ist, wäre sinnvoll!

  • Ernährung bei Lipödem

    • Dr. Markus Killinger
    • 18. September 2025 um 21:40

    Ich empfehlen allen meinen Lipödempatientinnen zumindest einmal eine Ernährungsberatung inklusive Bioimpedanzmessung (BIA). Es geht v.a. um die Vermeidung von Diätfehlern.

    In meinen Arztbriefen halte ich mich allgemein an die Empfehlung der AWMF Leitlinie Lipödem:

    Die S2k- Leitlinie Lipödem aus 2024 empfiehlt:
    - bei gleichzeitigem Übergewicht oder Adipositas kann das Arm- bzw. Beinvolumen durch Gewichtsreduktion mit einer geeigneten Ernährung reduziert werden.
    - kurzfristige Diäten vermeiden und stattdessen Essgewohnheiten dauerhaft auf eine individuell angepasste, gesunde Ernährungsweise umstellen.
    - mit Ernährung Blutzucker- und Insulinspiegel und damit Lipogenese und inflammatorische Prozesse günstig beeinflussen.

    die explizite Erwähnung der ketogenen oder mediteranen Ernährung habe ich nach Rücksprache mit meinen Diätologinnen gestrichen, da es zu Unsicherheiten und Diätfehlern geführt hat (v.a. Eiweisszufuhr und Kalorienzufuhr war zu niedrig).

    Eine explizite Aussage über Milchprodukte kann ich leider nicht tätigen.

  • medi circaid-juxtafit

    • Dr. Markus Killinger
    • 15. September 2025 um 19:00

    die Situation in Österreich diesbezüglich:

    Also die Krankenkasse "bewilligt" 2 Kompressionen pro Jahr oder 1 Kompression pro Halbjahr.

    Ob es 2 Flachstrickkompressionen sind, oder eine Flachstrick plus eine MAK/Nachtversorgung ist egal. Was nicht geht sind 2 Flachstrickkompressionen plus MAK/Nachstrumpf. Das wären gesamt ja 3 Versorgungen pro Jahr.

    Die Krankenkassen sind nur dazu verpflichtet, das "medizinisch äußerst notwendige" zu bezahlen./zu bewilligen. 3te Versorgungen oder Spezialversorgungen wie Nachtstrümpfe etc. sind ein "addon" und werden nicht als essentielle Basistherapie gesehen.


    Bevor ich hier gesteinigt werden... dies ist nicht meine persönliche Meinung, sondern die Vorgabe unserer Krankenkasse. Damit müssen die PatientInnen aber auch ich als behandelnder Arzt zurechtkommen und Lösungen/Alternativen finden.

  • Lymphödem-OP trotz Rollstuhl sinnvoll?

    • Dr. Markus Killinger
    • 12. September 2025 um 05:26

    Eine stationäre Rehabilitation in der Födiklinik finde ich sehr sinnvoll. Zielsetzung: Bestmögliche Ödemreduktion durch tgl. Behandlungen und somit auch Reduktion des Risikos für neue Erysipel!

    Tgl. Hautpflege durchführen! V.a. zwischen den Zehen kontrollieren! Event. zusätzlich alle 4-6 Wochen medizinsiche Fußpflge sinnvoll.

    Bezüglich Kompression ist v.a. die Kompression des Fußes und des Unterschenkels wichtig, da hier die größte Schwerkraft im Körper herrscht. Also wenn die körperliche Einschränkung das Anziehen eines Flachstrickstrumpfes bis zur Leiste (A-G) verhindern sollte, kann auf einen Kniestrumpf (A-D) gewechselt werden.

    Alternativ gibt es noch diverse Klettsysteme (MAK's), welche ich persönlich gerne bei Rollstuhlfahrern anwende.

    Eine erfolgreiche LVA Operation kann ich mir ohne den wichtigsten Hilfsmechanismus für unsere Beinlymphgefäße, nämlich der Muskel- Gelenkspumpe, NICHT vorstellen (leider!). Diese Art von Ödeme unterrichte ich als "Immobilitätsödeme"!.

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