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Beiträge von Dr. Markus Killinger

  • Wichtiger Hinweis: Einführung der Zwei-Faktor-Authentifizierung

    • Dr. Markus Killinger
    • 23. September 2026 um 08:52

    Danke sehr! Ich leider wirklich notwendig in diesen Zeiten.

    Wenn man ein Smart phone verwendet kann man eine Authentificator app herunterladen und das Lymphnetzwerk damit verknüpfen. Ich rate dringend auch dazu dies mit anderen Seiten wie z.B. E-mail Konto, Microsoft Produkte, Paypal, Dropbox. etc. durchzuführen. Eine gesperrte/gehacktes e-mail Konto ist in der heutigen Zeit der absolute Alptraum.

  • Eure Meinung ist gefragt: Welche Webseite gefällt euch besser?

    • Dr. Markus Killinger
    • 14. September 2026 um 09:18

    Variante 3 gefällt mit sehr gut, die Schrift ist modern und frisch aber nicht überladen und aufdringlich.


    justmy2cents

  • Erisypelprophylaxe mit Penicillin

    • Dr. Markus Killinger
    • 2. September 2026 um 18:24
    Zitat von Uli29

    Hallo Karin, es gibt aber ein Ersatzmedikament aus Portugal oder so, Lentocillin S 1200

    Ich habe gerade mit meiner lokalen Apotheke gesprochen und mit dem Lieferanten (HERBA):

    In Deutschland ist Lentocillin 1.2 Mill. I.E. des Herstellers Infectopharm lagernd und lieferbarr.

    2,4 Mill. I.E. sind nur über einen ausländischen Hersteller (Wabosan) lieferbar, eine Pharmazienummer dazu wäre: 4830684 (wobei ich nicht weiß, ob das die deutsche Nummer ist oder eine andere, das war auf die Schnelle nicht herauszufinden). Lieferdauer ca. 1 Woche.

  • Neue Lymphbahnen dank BioBridge?

    • Dr. Markus Killinger
    • 2. September 2026 um 16:57

    Ich habe dazu vor einigen Jahren einen Vortrag, ich glaube in Wien bei einem Lymphkongress gehört, wird angewendet und ist zugelassen. Jedoch nicht sehr stark in Anwendung begriffen, wie man auch an der Anzahl der durchgeführten OP sieht (ca. 150 laut Hersteller hompage)

    2020 startete eine Studie bei BrustkrebspatientInnen, die sollte 2025 fertig sein, habe da aber noch keine Ergebnisse gesehen

    LymphBridge: Surgical Evaluation for Breast Cancer-Associated Lymphedema (BioBridge)

    https://clinicaltrials.gov/study/NCT04606030

    von der Idee her interessant, vom Status her für mich aktuell eher experimentell

  • Erisypelprophylaxe mit Penicillin

    • Dr. Markus Killinger
    • 2. September 2026 um 10:57

    Zur oralen Antibiotikaprophylaxe gab es 2025 einen interessanten Artikel in der Biomedicines. Da wurde Literatur und Studien gesichtet und bewertet, leider auf Englisch und für Fachpersonal.

    Für Interesssierte hier der link, der Zugang ist frei möglich:

    https://www.mdpi.com/2227-9059/13/10/2448


    Als kurze Interpretation meinerseits und Zusammenfassung:

    Unter Punkt 6 wurde der Effekt von Antibiotika bei mehrfachen Erysipelen beschrieben:

    Die größte Studie mit 274 Teilnehmern mit oral 2x 250mg Penicillin für 12 Monate, mit zuvor 2 Erysipele innerhalb der letzten 3 Jahre, zeigte eine um 45% reduziertes Risiko für Erysipele im Vergleich zur Placebogruppe.

    Leider konnte diese Studie aber keinen positiven Effekt bei Patienten mit einem chronischem Ödem (Lymphödem?), mehr al 3 Erysipele zuvor oder Adipositas (BMI >33) zeigen!

    Das betrifft ja leider unsere Lymphödempatient*Innen. Richtigerweise verweisen die Autoren hier auf die Wichtigkeit, zur Optimierung der zusätzlichen Krankheiten (z.B. Hautstatus, Entstauung, Gewichtsmanagement, Bewegung, etc.), da diese den Effekt der oralen Antibiose negativ beeinflussen können.

    Deutlich bessere Ergebnisses haben Studien mit Gabe eines Penicillins in den Muskel ergeben, da gibt es 2 Vorgehensweisen, welche untersucht wurden. Die beschriebenen Studien hatten aber nur eine geringe Anzahl an Patienten, eine kurze Kontrollzeit von 1 Jahr und nur eine teilnehmende Einrichtung: einmal alle 2 Wochen 1,2 Mill. I.E. Penicillin (es konnten innerhalb von 12 Monaten gar keine Erysipele beobachtet werden) in den Muskel und einmal 2,4 Mill. I.E. Penicillin alle 3 (4?) Wochen in den Muskel. Hier zeigte sich eine signifikante Reduktion des Risikos für neuerliche Erysiple, aber nicht 0%.

    Unter Punkt 7 wird über die Dauer der Therapie berichtet:

    Zitat:

    "Currently, there are no universally established guidelines on the optimal duration of chemoprophylaxis. Most studies support continuation for 6–12 months, with some recommending up to 18 months"

    hier gibt es zwar Empfehlungen, diese reichen von 6-12 Monaten, manchmal sogar bis 18 Monate, jedoch keine einheitlich etablierten Regime!


    Eine andere Übersichtsarbeit aus dem Jahr 2022 ist folgende, auch für Fachpersonal und auf englisch:

    Recurrent Cellulitis: Who is at Risk and How Effective is Antibiotic Prophylaxis?
    Recurrent cellulitis following successful treatment is common and prevention should be a major component in the management of cellulitis. Conditions that…
    pmc.ncbi.nlm.nih.gov

    Hier sind die Begleiterkrankungen sehr gut beschrieben und auch in den Tabellen die unterschiedlichen Vorgehensweisen bezüglich Antibiotika.

    Was hier gut herausgearbeitet wird ist, dass trotz der Häufigkeit und der großen Anzahl an Betroffenen, nur sehr wenige gute Studien vorliegen.

    Zitat: "only a total of 513 participants are enrolled across five randomized controlled trials (RCT) for this common entity"

    Da es unterschiedliche Herangehensweisen und wenig Literatur gibt würde ich dazu raten, die Therapie (welche auch immer!) heimatnahe, mit regelmäßiger Kontrolle und Überprüfung und in einer Hand zu planen. Dann kann man denke ich, einen guten Plan entwickeln und durcharbeiten.

    Bitte berichten Sie weiter über ihren Verlauf

  • Will die Földi Klinik das Lipödem als andere Krankheit einstufen?

    • Dr. Markus Killinger
    • 1. September 2026 um 10:21

    Die Földiklinik hat eine lange Stellungnahme abgegeben. Hier für Interessierte zum Nachlesen, gibt einen schönen Überblick über die aktuelle Situation, die Zukunft und den Wissensstand, Konsens und Dissens :) (Ja auch wir Experten sind uns nicht immer einig und ja Wissenschaft heisst auch ständige Veränderungen und Neubewertungen)

    Dateien

    Antwort Föliklinik auf offenen Brief zur Situation Behandlung Lipödem.pdf 126,67 kB – 30 Downloads
  • Verordnung MLD 45Min. - ist das nicht die Zeit für die reine Behandlung?

    • Dr. Markus Killinger
    • 11. August 2026 um 22:18

    In Österreich ist das klar geregelt, in Deutschland denke ich wird das ähnlich sein, mit dem Zusatz, dass Bandagierung extra verordnet werden kann!

    Bei uns ist es so:

    Dokumentation wie Erstbefundung/Abschlussbefundung, sowie Messungen dürfen und müssen in der Behandlungszeit durchgeführt werden. Auch das Anziehen/Ausziehen und der Transfer gehören in die Behandlungszeit. Es kann also durchaus sein, dass in einzelnen Sitzungen der Großteil der Zeit für diese wichtigen Dinge (Dokumentation und Messungen) verwendet wird. An/Ausziehen/Transfer wird mit 5-10 Minuten berechnet. Bei Eingeschränkten Personen planen "gute" Praxen Randzeiten, damit es nicht aus dem Ruder läuft. Z.B. letzter Termin, Zeitpuffer, etc. Service am Kunden!!!

    Das mag für den Betroffenen auf den ersten Blick nicht verständlich sein aber aus Sicht der Praxen ist das wichtig, damit die Taktungen passen. Sonst müsste man ja z.b. statt 45 Minuten, 60 Minuten einplanen und blockieren und bekommt aber nur 45 Minuten bezahlt. Das wäre bei den Kassensätzen wirtschaftlich nicht mehr gehen und es käme zu noch mehr Privatpraxen oder Praxen mit Zuzahlung. Für Privatpraxen gilt ähnliches, wenn auch nicht so knapp bemessen und mit "mehr" Spielraum. Knackpunkt sind die "extrem" gestiegenen Personalkosten! Dies betrifft aber auch andere Sparten wie z.B. EDV Technik (180 Euro Stundensatz für Fernwartungen! Sanitäre Installationen 160 Euro Stundensatz ohne Anfahrt!, etc.)

    Bei stationärer lymphologischer Rehabilitation waren bei 60 Minuten Behandlungszeit zb. 50 Minuten für die Behandlung (MLD, Bandagierung, Messung!) und 10 Minuten für Transfer und Reinigung der Kabinen vom Versicherungsträger vorgesehen und vorgegeben.

    Sollte die Regelung in Deutschland anders sein, bitte um fachkundige Korrektur meiner Ausführungen!

    Wenn die Möglichkeit besteht ist ein Vergleich der Preise und natürlich die Qualität der geleisteten Arbeit immer zu hinterfragen. Auch eine Nachfrage beim Behandler bei Fragen, Unklarheiten, Beschwerden sollte immer möglich sein. Eine "gute " Praxis bemüht sich um zufriedene Kunden (ja wir sind alle Dienstleister! Und Patienten sind KEINE Bittsteller!) und erklärt Vorgänge. Bei unzureichendem Ergebnis ist ein Abbruch/Wechsel sicher sinnvoll. Das alles betrifft übrigens auch uns Ärzte. Es gibt gut organisierte Praxen, bemühte Praxen aber auch Chaos, ausnutzen von Abhängigkeiten (wenn z.B. nur eien begrenzte Auswahl in einem Ort/Stadt sind, oder bekannt ist, dass wegen Aufnahmestopp/Überfüllung die Patienten trotzdem "kommen müssen"!.

    Auch mir und meinen Angestellten passieren Fehler, ich bin immer dankbar, wenn das mir gegenüber offen kommuniziert wird, dann kann ich mir das anschauen und regeln!

  • Ich bin neu und überfordert

    • Dr. Markus Killinger
    • 10. Juli 2026 um 11:44

    Bezüglich Creme wäre in Österreich Excipial Lipocreme einen Versuch wert. 275g kosten ca. 14 Euro, gibt es auch ohne Urea.

  • Venentabletten…

    • Dr. Markus Killinger
    • 15. Juni 2026 um 09:08

    Bei einem durch eine Venenschwäche bedingten Ödem (und nur da) kann die Gabe von mikronisiertem Diosmin/Hesperidin (Dioscomp, Original war Daflon) unterstützend wirken. Dosierung 1-0-1. Der Wirkmechanismus ist gut erforscht und die Datenlage ausreichend laut guidelines for the management of chronic venous disease.

    Wichtig: Nur unterstützend, ersetzt nicht den dringend benötigten Strumpf! Ohne Strumpf wird das Ödem nicht weniger werden.


    lg, Dr. Killinger

  • Diabetes und Lymphödem

    • Dr. Markus Killinger
    • 11. Juni 2026 um 11:52

    Sehr diffuse Daten zu Omega 3. Nur bei neurologischen Erkrankungen gute Datenlage, Herzerkrankungen wahrscheinlich positiver Effekt... restliche Erkrankungen kein Nutzen beweisbar!

    Wenn eine Einnahme tgl. durchgeführt wird, dann maximale Tagesdosis von 2,5g beachten, ansonsten her negative Effekte auf z.B. Herz- Kreislauf.

    Eher "Hypeprodukt" mit wahrscheinlichem schwachem positiven Nutzen bei neurologischen Erkrankungen

  • Impfung gegen Streptokokken A?

    • Dr. Markus Killinger
    • 8. Juni 2026 um 19:53

    Ich konnte zu einer Streptokokken A Impfung bzw. Entwicklung einiges finden, jedoch Studien überwiegend in den Anfangsstadien und noch weit weg von einer Marktzulassen bzw. Pilotstudie. Nur gegen Streptococcus pneumoniae gibt es aktuelle die "Pneumokokkenimpfung" neu kostenfrei im Impfprogramm in Österreich.


    Mag sein, dass etwas entwickelt wird, aber man sollte immer die Markteinführung und erfolgreiche Phase III Studien abwarten. Ob und wie sich das auf ein Erysipel dann wirklich auswirkt, wird dann sicher erst einige Jahre nach Markteinführung ersichtlich werden.


    lg, Dr. Killinger

  • Heparinspritze bei Erysipel

    • Dr. Markus Killinger
    • 1. Juni 2026 um 18:29
    Zitat von Uli29

    Man sollte aber die Form der Thromboseprophylaxe sorgfältig besprechen, Heparin hat gefürchtete Nebenwirkungen.

    MIT der Indikation zur Thromboseprophylaxe bin ich sehr großzügig

    Zur Einordnung:

    Die gefürchtete Nebenwirkung (HIT, heparin- induzierte Thrombozytopenie) ist allerdings selten und Abhängig von den Operationen zB. Herzoperationen bis 5% Risiko und Gefäßoperationen 0,5-1% Risiko! Es gibt auch eine milde Variante HIT1 und eine schwere Variante HIT2.

    Das Risiko kann nochmals um den Faktor 10! reduziert werden, wenn niedermolekulares Heparin wie Lovenox, Enoxaparin, Celxane, Fragmin, Inhixia etc. verordnet wird (dies ist auch eigentlich der Standard!)


    Also keine Sorge vor der Anwendung, wenn die Notwendigkeit besteht!

  • Genitalödem - Infekte

    • Dr. Markus Killinger
    • 27. April 2026 um 19:03

    Ich habe selten so lange über eine möglichst passende Antwort nachgedacht, wie über ihr posting. Ich finde nämlich ihr posting verdient eine Antwort auch wenn diese nicht befriedigend sein wird, nicht nur für sie selbst, sondern auch für mich.

    Die Tragik und die Verzweiflung sind spürbar, meine Hochachtung für die Kraft und den Mut, sich hinzusetzten und das alles so gut zusammenfassend zu schreiben.

    Neben dem menschlichem Leid steht natürlich auch die medizinische Frage und auch diese ist für mich nicht klar zu beantworten....

    Vielleicht ein paar Denkansätze für sie und ihre behandelnden Ärzte (sie müssen das nicht hier im Forum beantworten):

    1. Wie lange ist die Lymphchirurgische Versorgung her? Wurde später nochmals eine Bildgebung mit Lymhangiographie/ICG (eine grüne Farbe, die unter die Hautgespritzt wird und die Lymphbahnen sichtbar mach) gemacht? Z.B. bei Dr. Pieper in Bonn? Wurde der Grund für die (ich vermute mal anhand ihrer Beschreibung) Lymphbläschen/Lymphfisteln gefunden? Wurde ein Lymphgang verödet? Oder wurde eine LVA (lymph-venöse-Anastomose, eine Verbindung zwischen Vene und Lymphgefäß) OP durchgeführt? Wurde irgendein Rückfluss festgestellt.


    2. Wird weiterhin eine Kompression getragen und darunter eine Schaumstoffeinlage zB. JUZO Genitaleinlage für Frauen?


    3. Wie lange ist die Abklärung an der Infektiologie eines Krankenhauses her? Wurden Blutkulturen gemacht (aerob und anaerob), gab es zuvor zusätzlich zum Schwimmbadbesuch eine Fernreise? oder ans Mittelmeer? Wurde auf bei uns seltene Parasiten getestet?


    4. Wurde schon ein Antibiotikum als Depot in den Muskel alle 4 Wochen verabreicht?


    5. Wie lange ist die letzte stationäre Lymphreha her? Wäre eine Wiederholung in der Földiklinik zur Ödem- Fibrosenreduzierung hilfreich


    Ich weiß das ist nicht viel aber vielleicht ist ein Ansatz dabei, der ihnen weiterhelfen kann.

  • KI in der Medizin

    • Dr. Markus Killinger
    • 22. April 2026 um 06:20

    KI ist aus meiner Ordination nicht mehr wegzudenken und mildert zumindest etwas den eklatanten Kassenärztemangel mit einhergehender Explosion der täglich zu behandelnden Patienten ab.

    Sie hilft mir bei der Organisation, die Patientenakte ist sauber, verständlich und gut übersichtlich, Befunde können konvertiert werden und alles kann elektronisch innerhalb von Sekunden an behandelnde Ärzte versendet werden (natürlich verschlüsselt über eine eigene Ärztekommunikationssoftware!). Es bleibt mehr Zeit für das PatientInnen Gespräch!!!

    V.a. die Befundübermittlung ist essentiell! Ich möchte, dass meine Fachärzte, welche Zuweisungen von mir bekommen, die aktuellen Blutbefunde, Bilder, Medikamentenlisten, Allergien vorliegen haben. Am besten nicht in Papierform, sondern direkt über das Ärztebefundübermittlungsprogramm. Das hat den Vorteil, dass diese Befunde schon automatisch beim jeweiligen Facharzt in seiner Patientenkartei hinterlegt sind. Es entfällt die Zeit, mühsam Befunde zusammenzusuchen/anzufordern und das Risiko sinkt, wegen fehlender Informationen (z.B. Allergien), Fehlbehandlungen zu erzeugen! Auch Doppeluntersuchungen wie Labore und MRT/RÖ können so reduziert werden.

    Zusätzlich verwende ich ein Spracherkennungsprogramm, welches mir die Dokumentation massiv erleichtert! Auch lange Arztbriefe und Bestätigungen kann ich so viel schneller schreiben!

    Im nächsten Schritt teste ich ein Gerät, welches das Arzt/PatientInnengespräch aufzeichnet und daraus einen Arztbrief erstellt. Erkennt sogar "schweren" Tiroler Dialekt :)

    Das alles spart Zeit und Geld. Wir MÜSSEN dringend effizienter werden! In allen Bereichen! Nur so können wir die Herausforderung "mehr Arbeit, mehr Dokumentation, mehr Formulare, mehr Therapien, mehr Patienten aber weniger Personal" schaffen. Mein Ziel ist weiterhin: Die Kassenordination auch auf Terminbasis mit maximal 20 Minuten Wartezeit für die PatientInnen zu erhalten.

    Die Nachteile:

    Das Thema ist hochkomplex, es Bedarf hoher EDV Vorkenntnisse, es müssen massive Investitionen durchgeführt werden (welche aktuell von mir als Praxisinhaber 100% finanziell alleine gestemmt werden ohne Unterstützung!)! Ich habe z.B. eine 24h Überwachung meiner Systeme, eine firewall, mehrere Untersysteme, professionelle Antivirenprogramme, eine DSGVO konforme Auslagerung des Servers , neue hardware, welche auch die Anforderung von Windows 11 schafft (RAM, CPU, etc.), neue Telefonanlage mit mehr Kanäle. etc...

    Mein persönliches Unwort des Jahres 2025: Schnittstellen! Bis unsere Programme alle gelaufen sind... es waren zusätzlich 80 IT Technikerstunden nötig! Twse. sind Arztprogramme nicht mehr auf dem technischem Stand der Zeit und verursachen Kompatibilitätsprobleme!

    Man benötigt eine kompetente hardware Betreuungsfirma, bei Ausfällen steht der Betrieb und auch per Fernwartung ist der IT- Spezialist teuer (aktuell 180 Euro/Stunde! per Fernwartung), die MitarbeiterInnen müssen regelmäßig in der EDV geschult werden, neues muss ich als SOP hinterlegen, damit jeder eine Vorlage hat, Aufgaben nachzulesen!

    Bei Hackerangriffen steht das System auch, im worst case sind die Patientendaten verloren und im Netz verfügbar

    Nur noch 40% meiner Arbeitszeit verbringe ich mit ärztlichen/medizinsichen Tätigkeiten, die restlichen 60% sind Bürokratie, Formulare, Bestätigungen, EDV, IT Technik, Mitarbeiterplanung/Schulungen/Dienstpläne, Finanzierung, Zukunftsplanung, etc... und natürlich mein Hobby Lymphologie!

    Für meine MitarbeiterInnen, welche nicht mit PC/Internet aufgewachsen sind, ist die schiere Fülle der Informationen twse. schwer zu bewältigen. Sie müssen oft deutlich länger den Bildschirm anschauen, um alle darauf befindliche Informationen zu lesen, zu registrieren, zu verarbeiten und daraus Aktionen zu setzen. Bei mir reicht ein kurzer Blick, ich scane unbewusst den Bildschirm, eine richtige Konditionierung und sehr meistens sofort, was ich brauche/was fehlt/falsch oder nicht eingetragen ist, etc....

    Die Mehrkosten nur für die IT Sicherheit, Zertifikate, firewall, Antivirenprogramm, Echtzeitüberwachung, automatisierte Datensicherung tgl., Serverstruktur etc. pro Monat belaufen sich in der Ordination auf 3400 Euro, welche jedoch auch als Betriebsausgaben geltend gemacht werden können. Da sind software Lizenzen, Strom, Wartung, etc. noch gar nicht berücksichtigt.

    Leisten kann ich mir das nur, durch hohe Effizienz, eine hohe Anzahl an Patienten und einen überdurchschnittlich großen Anteil an Patienten mit einer Versicherung über die Beamten- Selbstständigen- und Lehrerversicherung. Diese zahlen pro Fall bis zu 4x mehr, als die "normale" Arbeiterversicherung. Ohne diese "Querfinanzierung" wäre so ein Betrieb nicht möglich. Dafür bin ich auch sehr dankbar.

    Ein Blick in die Schweiz: Dort kann per Telefon eine Beratung erfolgen, bei Bedarf wird eine Kamera hinzugeschaltet, 8 von 10 Anfragen könne über diesen ärztlichen Service abschließend behandelt werden. Die TelefonärztInnen dürfen auch Medikamente verordnen und Krankschreibungen ausstellen. In 2 von 10 Fällen ist eine Überweisung zu einem Facharzt oder persönlicher Kontakt nötig. Die TelefonärztInnen haben Zugriff auf online Terminvereinbarungen!!! für die jeweiligen Fachärzte und buchen sofort ein. Dieser Service wird über die Krankenkassen abgerechnet.

    Der Anbieter hat sich auch in Deutschland und Österreich beworben, scheitert bis jetzt aber an den gesetzlichen Auflagen und diversen Widerständen u.a. der Ärztekammer.

    Insgesamt ein spannendes Thema, ich persönlich würde mir mehr Unterstützung durch die Krankenkassen (nicht nur finanziell sondern auch IT technisch, etc.) wünschen. Aktuell hängt der technische Stand einer Ordination vom Interesse, EDV technischem Verständnis und den finanziellen Möglichkeiten ab! Viele meiner KollegenInnen sind auch in einem Alter, in dem sich solche Investitionen nicht mehr rechnen und auch das Wissen nicht so stark vorhanden ist. Diese leiden oft in den letzten Berufsjahren doch auch sehr an den geänderten Anforderungen und kommen mit dem Tempo der Veränderungen/Anforderungen nicht mehr mit! Diese Gruppe, welche aufgrund ihrer jahrzentelangen Erfahrung so unschätzbar wichtig ist, muss dringend vermehrt unterstützt werden.

  • Schmerzen im Arm mit Lymphödem

    • Dr. Markus Killinger
    • 19. April 2026 um 16:58
    Zitat von Dr. Martin

    .... für mich nicht ganz nachvollziehbar , da die rheumatoide Arthris genau das ist was der Volksmund Rheuma nennt ?

    Für die rheumatoide Arthrtis gibt es heute moderne Therapien jenseits von IBU

    Genau das!

    Die rheumatoide Arthritis kann sehr gut mittels Basistherapie und erweitere Medikamente behandelt werden. Sie sollten dringend nochmals Rücksprache mit ihrem Rheumatologen halten und sich ansonsten eine Zweitmeinung einholen!


    Ein Lymphödem verursacht keine Schmerzen! Wenn Schmerzen vorhanden sind, muss eine andere Ursache zugrunde liegen und behandelt werden.

  • Faszienmassage/Hüftschmerzen

    • Dr. Markus Killinger
    • 9. März 2026 um 07:25

    Ein lipödem- spezifischer Schmerz so lokalisiert und eingegrenzt auf eine Hüfte!!! ist unwahrscheinlich.

    Ich denke hier eher an ein orthopädisches Problem und ich würde ihnen raten, diesbezüglich ihren Hausarzt aufzusuchen. Dieser wird entweder selber schon das Problem eingrenzen können oder er wird sie gezielt weiter überweisen.

  • Thrombose?

    • Dr. Markus Killinger
    • 12. Februar 2026 um 20:53

    Nein! der D-DIMER ist extrem unspezifisch! Ich habe ihn aus meiner Praxis verbannt, weil wenn ich den Verdacht hatte, klinisch, war er immer... naja er könnte jetzt was zeigen, naja bis 0,5 ist ja normal... jetzt ist er 0,6 oder 0,4... was mach ich jetzt... muss jetzt eh zum Gefäßultraschall (Duplexsono).

    Er kann hochpositiv sein bei Entzündungen, Schwangerschaft, Lungeninfarkt, Herzinfarkt, Lungenentzündung, Tumorerkrankungen, etc.etc.

    oder das Gegenteil auch negativ, obwohl eine große Thrombose etc. besteht.

    Ich mache immer eine Duplexsono beim Radiologen meines Vertrauens, wenn erst in 1-2 Tagen verfügbar wegen Wochenende etc... Beginn mit Heparin und ehestmöglich Sono, bei Bestätigung Umstellen auf NOAK Tablette für 6 Monate und dann Evalierung, wenn es nix war... Heparin absetzen. Zusätzlich initial sofort Kompressionsstrumpf oder Bandage beim Immobilen.

    Laborwerte sind nur so gut wie derjenige, der sie in Auftrag gibt (hoffentlich mit einer Überlegung und nicht blind), ihre Limitationen und ihren zeitlichen Verlauf kennt! und derjenige der sie dann interpretiert in Zusammenschau mit der Beschwerdesymptomatik/Wahrscheinlichkeit und Risikoabschätzung für den einzelnen Menschen.

    Da muss man echt einiges beachten.

  • Manuelle Lymphdrainage bei Pilzinfektion

    • Dr. Markus Killinger
    • 2. Februar 2026 um 23:05

    Hallo!
    Das sind gute und berechtigte Fragen, wie Sie richtig bemerkt haben, gibt es zu Pilzinfektionen und Lymphödem meines Wissens nach keine dezidierte und leitliniengerechte Stellungnahme/einheitliches Vorgehen. Ob dies in der nun fertiggestellten S3 Leitlinie behandelt wird, kann ich leider noch nicht beantworten. Ich warte auch schon ganz gespannt auf die Veröffentlichung dieser Leitlinie.


    Bezüglich Ihrer Fragen würde ich hier pragmatisch vorgehen. Sprich: Wenn es sich um eine lokal begrenzte Pilzinfektion ohne systemische Einschränkungen wie z. B. Fieber, reduzierter Allgemeinzustand, Erysipele, etc. handelt, würde ich Lymphdrainage unter Aussparung der betroffenen Areale durchführen. Dies würde sich auch mit der Lehrmeinung „relative Kontraindikation“ decken.


    Vor Beginn einer Behandlung würde ich auf alle Fälle eine ärztliche Konsultation inklusive Therapie nach Abstrich (lokal und oder oral systemisch) veranlassen.


    Häufig treten Mykosen bei Lymphödem im Stadium 3 auf, dementsprechend ist hier auch eine potentielle Eintrittspforte für Bakterien und daraus folgende Erysipele zu erwarten (Erysipelrisiko bei Lymphödem Stadium 3 bis zu 72 % laut Studienlage!).


    Bei Mykosen im Zwischenzehenraum (Interdigitalmykose) würde ich dringend eine regelmäßige medizinische Fußpflege empfehlen.


    Bezüglich des Nagelpilzes, unter Behandlung (ich persönlich nehme bei dementsprechend Verdacht zuerst Proben aus dem betroffenen Nagel (Geschabsel) ab, lasse diese im Labor kultivieren und behandele bei positivem Befund systemisch (orale Tabletten) und lokal (Nagelfeile, Nagellack, etc.) solange bis der Nagel komplett herausgewachsen ist (Dauer bis zu 6 Monate, regelmäßige Laborkontrollen notwendig, bei Frauen im gebärfähigen Alter dringende Empfängnisverhütung besprechen!), spricht meiner Meinung nach auch nichts gegen die Durchführung von manueller Lymphdrainage/Kompression/Bandage.

  • Orthopädische Probleme wegen Asymmetrie (einseitiges Lymphödem)

    • Dr. Markus Killinger
    • 24. Januar 2026 um 10:39

    Gerne auch ein paar Einheiten Physiotherapie dazunehmen und da gezielt Übungen zur Kräftigung der Beinmuskulatur (auch mit einfachen alltagstauglichen Übungen für zuhause anleiten lassen) und Propriozeption (zur Sturzprophylaxe, das ist die Wahrnehmung es Körpers im Raum). Ebenso können Gleichgewichts Übungen helfen.

    Ich bin da ein großer Freund von Übungen mit dem Theraband:

    als Beispiel hier:

    Lymphödem - Therabandübungen

    oder ohne Geräte:

    Lymphödemklinik Wittlinger - Ödemgymnastik ohne Geräte

    mit Ball:

    Lymphödem Gymnastikgruppe mit Ball

    mit Stab:

    Lymphödem Gymnastik Gruppe mit Stäben


    Probleme sind ähnlich wie ohne Lymphödem. V.a. Fußschmerzen bei Senk-Spreiz- Plattfüßen, Hallux valgus, Arthrosen, etc. Warnzeichen können Schmerzen unter Belastung oder in Ruhe sein, Veränderung der Schuhgröße, Veränderung der Beinachsen (Kniegelenksabnützungen, Gonarthrose), etc.

    Muskuläre Veränderungen aufgrund der einseitigen Belastung, etc.

    Bei solchen Beschwerden wäre eine orthopädische und physiotherapeutische Vorstellung sinnvoll.

  • Wirkung von Entstauungskuren und Lymphovenösen Anastomosen

    • Dr. Markus Killinger
    • 9. Januar 2026 um 12:29

    Alternativ könnte nach Anbietern für eine Bioimpetanz Spectroskopie geschaut werden.

    Diese Geräte können auch zur Verl. KO von Volumina und Flüssigkeiten verwendet werden (leider nicht für die Messung von Fibrosen).

    z.B.

    https://www.quintessentialcare.net/new-page#:~:text=ImpediMed%C2%AE%20%2D%20SOZO%C2%AE,in%20an%20individual%20over%20time.

    Dieses Gerät hat sogar den LDEX integriert, mit dem man sogar subklinische (Stadium =) Lymphödeme früh detektieren kann.

    Cancer Related Lymphedema | L-Dex Analysis for Early Detection
    Detect lymphedema early with L-Dex®-the trusted point-of-care technology for accurate fluid change assessment in patients' limbs.
    www.impedimed.com

    Datenlage: Laufende Multicenterstudie mit 1.200 Probanden!

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