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Beiträge von Marcus_Koller

  • Verordnung MLD 45Min. - ist das nicht die Zeit für die reine Behandlung?

    • Marcus_Koller
    • 18. August 2026 um 14:25

    Ich kenne das leidige Thema selbst als Therapeut :rolleyes: und die Diskussion dazu ist immer schwierig. Die GKV hat das ganz elegant gelöst bei KG, in dem sie schreibt, 15-25 Minuten :D und die Zeit für den Rest sollte da auch mit drin sein. Aber gut, du bist ja PKV und auch nicht zur KG in der Praxis.

    Stelle dir vielleicht dazu mal eine Frage, denn ich als Therapeut argumentierte früher gerne so dazu: Bist du am Ende mit deiner erhaltenen Behandlung zufrieden? Hilft sie dir? Oder eher nur mäßig? Denn 45 Minuten machen die Therapie nicht besser, wenn sie sowieso schlecht ist.. Ich kann auch in 30 Minuten ein sauberes Ergebnis liefern, wenn ich als Therapeut weiß, was du brauchst. Soll heißen, es wird medizinisch keine logische Begründung für die 45 Minuten reine Therapiezeit geben, da man nicht sagt, genau nach dieser Zeit ist dein Ödem besser, weil dein Körper merkt, 45 Minuten sind um. Aber ich verstehe natürlich, du "kaufst" nicht von bis, sondern eine bestimmte Zeit.

    Das soll bitte nicht heißen, begnüge dich mit 30 Minuten, nicht falsch verstehen. Aber machen die paar Minuten am Ende dein Bein besser? Wenn bei mir die Patienten damals auf die Uhr geschaut haben, habe ich gesagt, mach einfach noch Kniebeugen für die restliche Zeit, wenn du glaubst, nach 25 Minuten KG gehts dir besser. Das war nicht böse gemeint. Aber wenn ein Ergebnis erzielt ist, brauche ich nicht noch länger "irgendwas" machen, nur damit die Zeit voll wird.

    Was ich sagen will, wenn du glücklich mit dem Ergebnis bist, super, wenn nicht, machen die paar Minuten mehr Zeit dich vielleicht auch nicht glücklicher.

    ABER - du musst dich verstanden und gut behandelt fühlen. Ist das nicht so, ansprechen und wie meine Vorrednerinnen schon sagten, im Hinterkopf eine andere Praxis haben, falls die dich danach absägen wollen.

  • Die richtige Nachbehandlung macht den Unterschied

    • Marcus_Koller
    • 20. Juni 2026 um 15:14

    Kurze Frage in die Runde:

    1️⃣ Wurdet ihr nach der OP überhaupt nachbehandelt?

    2️⃣ Wurde im Vorgespräch über Lymphdrainage gesprochen? Wenn ja, was genau wurde euch empfohlen?

    3️⃣ Wie lange solltet ihr eure Kompression tragen?

    4️⃣ Hattet ihr Schwierigkeiten, jemanden für die Nachbehandlung zu finden?

    5️⃣ Was war nach der OP eure größte Herausforderung: Schwellungen, Schmerzen, Verhärtungen, Kompression oder etwas ganz anderes?

    6️⃣ Was hättet ihr gerne VOR der OP gewusst, das euch niemand gesagt hat?


    Ich freue mich auf eure Erfahrungen und den Austausch in den Kommentaren 🤍:)

  • Lymph Relief

    • Marcus_Koller
    • 20. Juni 2026 um 14:27

    Moin Barbara,

    Produkte wie "Lymph Relief" und viele weitere, ich die ich selbst teilweise bei Instagram angeboten bekomme, haben folgendes Problem: Sie sind weder klinisch getestet, noch gibt es eine bewiesene medizinische Wirksamkeit. Oft bauen sie auf typischen "herbal products" auf, also auf Produkten oder Inhaltsstoffen, die zwar irgendwie mit der "Anregung des Systems" (was auch immer genau die Anregung und auch das System sein sollen) arbeiten sollen, es aber wenig bis keine spürbaren Effekte dabei gibt.

    Folgendes ist wichtig: Für wen werden diese Produkte beworben? Meistens für gesundheitsbewusste Menschen, die einfach mal was gutes für sich tun wollen, aber nicht darauf angewiesen sind, dass auch ein Effekt eintritt. Wer sieht diese Werbung? Natürlich auch Betroffene, die tatsächlich ein Lymphödem oder Lipödem haben und dann glauben, wenn man diese Kapseln nimmt, passiert etwas tolles.

    Jetzt muss man aber folgendes im Kopf behalten - so lange diese Produkte keine Diuretika sind (also verschreibungspflichtige Medikamente), muss keine Wirkung nachgewiesen werden. Und wer sie nimmt und danach sagt, WOW, fühlt sich gut an, hat idR auch kein manifestes Lymphödem oder ähnliches.

    Denn auch bei Brennnesseltee wird eine abführende Wirkung beschrieben, aber ich kenne keine Patientin, die, weil sie jeden Tag diesen Tee trinkt, plötzlich weniger Lymphdrainage braucht.

    Eine "Entwässerung" möchte man gerne im gestauten Gebiet sehen, meist können die Produkte aber maximal den Harndrang fördern und wie wir wissen, hat dieser alleine nichts mit einer Verringerung eines Ödems zu tun. Auch wenn nach der MLD dieses Phänomen auftreten kann.


    Deshalb - wenn du das Geld dafür ausgeben möchtest, probiere es aus, aber ich denke, es wird keine spürbare Wirkung dabei geben. Ich lasse mich aber gerne vom Gegenteil überzeugen 8)

    Bis jetzt ist mir kein freiverkäufliches Mittel bekannt, welches überhaupt den Lymphfluss gezielt anregen kann, denn die Frage ist ja, worauf sollte das basieren? Bei Cremes ist es ähnlich. Da gibt es welche, aber was genau soll denn unter der Haut danach passieren, damit irgendwas in Schwung kommt :saint:

  • Lymphdrainage selber machen

    • Marcus_Koller
    • 18. Mai 2026 um 17:54

    Vielen Dank für eure Antworten und ja, so habe ich mir das schon fast gedacht, dass es meist an der Motivation und am Durchhalten scheitern wird :saint: Eure Hände müssen dann schon einiges Leisten, ich bin es ja mittlerweile gewohnt, kann das aber total nachvollziehen.

    Trotzdem aber schön zu hören, dass es, wenn ihr es selbst anwendet, wenigstens ein bisschen funktioniert. Denn bei der MLD ist "Zeit auf der Fläche" sehr entscheidend, also wie lange ihr eurem Gewebe Zeit gebt, auf den Reiz der Hand zu reagieren.

    Und die Frage "mit oder ohne Druck" ist scheinbar je nach Wetterlage unterschiedlich, denn manche Therapeutinnen sagen, niemals mit Druck und manche sagen, gerne mit Druck.

    Die Wahrheit liegt wie immer in der Mitte und ist vor allem davon abhängig, ob ihr selbst spürt, funktioniert derber drücken besser oder lieber weniger.


    Habt ihr allgemeine Fragen zur Eigenanwendung der Lmyphdrainage? Wurde euch dazu etwas speziell erklärt?

  • Lymphdrainage selber machen

    • Marcus_Koller
    • 17. Mai 2026 um 18:05

    Moin zusammen,

    ich würde gerne wissen, ob und wer und wie erfolgreich oder auch nicht, hier im Forum Lymphdrainage als Eigenanwendung betreibt ;)

    Gerne mache ich später dafür sonst einen eigenen Thread auf, denn das Thema nimmt bei mir gerade eine ordentliche Größe an..


    Also - wer betreibt MLD in der Eigenanwendung und mag mir von den Erfahrungen (ob gut oder weniger gut) hier mal erzählen?

    Ihr könnt natürlich auch einfach Fragen dazu an mich stellen :saint: fühlt euch frei - ich bin gespannt.

  • KI in der Medizin

    • Marcus_Koller
    • 25. April 2026 um 17:45
    Zitat von Uli29

    KI beim Erysipel beim Lymphödem? Durch eine Serie von Fotos?

    Wer “füttert” die KI? Wer untersucht den Patienten und erhebt die Anamnese?

    Das klang für mich sehr ablehnend und infrage stellend.

    Und in meinen Beispielen ging es nicht um eine "Abschaffung", sondern um diese permanent negative Haltung gegenüber technischen Neuerungen, die sich sowieso halten werden und nicht mehr verschwinden.

    Aber aus unserem Gespräch merke ich, es läuft mal wieder in die völlig falsche Richtung hier ^^ Ich drücke mich wohl falsch aus.

  • Schmerzen im Arm mit Lymphödem

    • Marcus_Koller
    • 23. April 2026 um 17:10
    Zitat von Uli29

    Ich gehe doch davon aus, dass jeder ärztlichen Verordnung eine Anamnese, eine körperliche Untersuchung und eine sorgfältige Diagnostik vorausgeht.

    In der Schmerzklinik in NRW, in der ich vor 35 Jahren ausgebildet wurde, haben wir TENS in bestimmten Situationen gerne eingesetzt. Es macht Menschen unabhängig von Terminen in Praxen und von starken Medikamenten.

    Meine Frage, ob TENS eine Möglichkeit sei, im LymphödemGebiet, möchte ich an meinen Kollegen Dr. Martin richten.

    Davon möchte ich auch ausgehen, die Realität zeigt aber ein anderes Bild. ;)

    Ich halte ein TENS Gerät nicht für schlecht, aber die Erfahrung zeigt mir leider, dass diese Maschine meist nur dann zum Einsatz kommt, wenn nichts anderes verordnet werden soll. Sei es aus Budget-Gründen oder was auch immer. Und wenn ich die Patienten frage, ob sie genau wissen, wie es anzulegen ist - nein.

  • KI in der Medizin

    • Marcus_Koller
    • 23. April 2026 um 17:02
    Zitat von Uli29

    Zufällig bin ich gerade Teilnehmer verschiedener Diskussionsrunden zum Thema KI, Digitalisierung etc.

    Das Lebensalter und der höchste bisher erreichte Bildungsabschluss sind offenbar die wichtigsten Faktoren, ob jemand zum vorsichtigem Umgang rät oder ob er das Internet zur größten bisher erreichten Errungenschaft zählt.

    Das verwundert mich im Ergebnis absolut nicht, schließt aber meiner Meinung nach nicht aus, offen, positiv und auch experimentell aufgestellt zu sein. Und die oft gesprochene Kontra-Haltung ist in meinen Augen auf so ziemlich alle Neuerungen der vergangenen Jahrzehnte zu beobachten und zwar häufig bei älteren Menschen.

    Der Walkman sollte Jugendliche töten, da sie auf die Straße laufen, ohne die Autos zu hören. Die Musik von Elvis wurde von Orthopäden als absolut gelenkschädigend gesehen, die HottenTotten-Musik der Beatles war der Untergang der Jugendlichen, Ballerspiele ziehen Mörder heran, ein BMX Rad ist ein tödliches Fahrrad.. :D

    Und auch das Smartphone wurde verteufelt, so einen Quatsch braucht man nicht. Naja, schauen wir mal bei den meisten Menschen in die Hosentasche.

    Ich kenne das Internet seit den 90ern, ich habe selbst an Computern geschraubt, habe das absolut unzensierte und "wilde" Netz damals genutzt und auch Fehler gemacht. Beginnend aus der Ära DOS, falls das noch wem was sagt. Ich lebe aber noch :saint: und habe vieles daraus gelernt und nutze es nach wie vor.

    Und ja, es sind auch sehr viele schreckliche Dinge daraus entstanden, aber auch Autos überfahren immer noch Menschen und trotzdem fahren wir sie.

    Gesunde Skepsis gerne, aber eine pauschale Ablehnung, wie sie häufig zu hören ist, ohne sich mit der Materie zu beschäftigen, finde ich die falsche Haltung.

    KI ist da - KI wird nicht mehr gehen. Wenn man sie aber ausblendet, fällt man irgendwann hinten rüber.

  • Schmerzen im Arm mit Lymphödem

    • Marcus_Koller
    • 20. April 2026 um 18:38
    Zitat von mathi

    Meine letzte Untersuchung bei einem Rheumatologen war 11/2025 .

    Diagnose: Rheumatoide Arthritis, kein Rheuma, was mit Schmerzmitteln, wie Ibu etc behandelt werden kann.

    Da Spritzen in den Ödem Arm tabu sind, wollte ich wissen, ob es noch eine andere Schmerzbehandlung , wie Stoßwellen, Rhöntgenreizbestrahlung oder sonstiges an diesem Arm möglich ist.

    MfG

    mathi

    Welche Antwort erwartest du denn genau? :S Möglich ist alles, was du selbst unten aufgeschrieben hast und noch mehr, du musst nur jemanden finden, der das bei dir macht.

    Es ist wichtig erstmal zu unterscheiden, woher der Schmerz wirklich kommt. Denn sonst schießt man mit Kanonen auf Spatzen. Und die Diagnose "Rheumatoide Arthritis" ist da leider wenig hilfreich.

    Such dir bitte jemanden, der das vernünftig diagnostizieren kann.

  • Schmerzen im Arm mit Lymphödem

    • Marcus_Koller
    • 20. April 2026 um 18:36
    Zitat von Uli29

    Vielleicht ist TENS eine Möglichkeit?


    Oder ein Termin in einer Schmerzambulanz?

    Neurologisch ist alles abgeklärt?

    Nein, TENS ist absolut keine Möglichkeit in meinen Augen, denn dafür wird eine adäquate Untersuchung geopfert, weil man aus Verlegenheit einfach irgendetwas aufschreibt.

  • KI in der Medizin

    • Marcus_Koller
    • 20. April 2026 um 18:30

    Wenn ein möglicher Hackerangriff uns von der Nutzung der KI abhält, würde ich mir erstmal Sorgen um die E-Patientenakte machen.. und die ist beschlossen - auch ohne Mittel der Abwehr, wenn ich das mal richtig einschätze.

    Und ja, natürlich verstehe ich die Aversion vieler Menschen gegen die Technik, aber wenn ich in der Dermatologie nicht unter den Füßen, zwischen den Zehen oder im Mundraum von einem Arzt untersucht werde, weil es vergessen wird oder nicht zum Standard gehört, dann kann KI kaum schlimmer werden ;)

    MITeinander .. nicht GEGENeinander

  • Lymphödem und Tattoo ?

    • Marcus_Koller
    • 20. April 2026 um 18:16
    Zitat von Mariposa2024

    Nun - das sehe ich komplett anders ... es geht hier nicht um Erbsenzählerei, und es geht auch nicht um das Misfallen eines einzelnen Satzes.

    Es geht darum, dass gesundheitsgefährdende Produkte hier als Empfehlung oder Idee (hier ist die Wortwahl nun wirklich Erbsenzählerei) angesprochen werden, und das ist schlicht verantwortungslos. Und das hat auch nichts mit "Menschlichkeit" oder "Unmenschlichkeit" zu tun.

    Es ist nun einmal Fakt, dass die als Alternative angesprochenen "* Temporäre Tattoos oder Henna (aber auch hier auf Hautreaktionen achten)." schlicht und ergreifend gesundheitsgefährdend sind - auch das Bundesinstitut für Risikobewertung WARNT ausdrücklich vor Henna-Tattoos

    https://www.bfr.bund.de/presseinformat…-henna-tattoos/

    https://www.verbrauchergesundheit.gv.at/lebensmittel/k…ttel/henna.html

    "Wichtig: Allergiker müssen künftig ihr ganzes Leben lang, jeden noch so geringen Kontakt mit dem Inhaltsstoff PPD und ähnlichen Substanzen wie PTD meiden"

    "Friseure, Drucker, Schuhverkäufer oder Arbeiter in der Textil-, Gummi-, und Chemiebranche kommen besonders häufig in Kontakt mit PPD. Sie sollten stets Handschuhe tragen und ihre H aut mit speziellen Schutz- und Pflegesalben schützen.

    Wer bereits eine Allergie ausgebildet hat, dem bleibt gezwungenermaßen oft nur der Berufswechsel."

    In diesem Forum soll es um Gesundheit gehen, aber es wird eine gesundheitsgefährende Idee als Alternative zu Tattoos präsentiert - und das ist für mich ein no go. Und darauf wird man ja wohl noch hinweisen dürfen.

    Alles anzeigen

    Klar, hinweisen darfst du auf alles, was du willst :S Es ging mir in erster Linie um deinen Ton. Wenn das nicht rüber kam, vor allem auch durch meine Anspielung auf die Geschichte mit der Anästhesie, dann ist das schade. Zeigt mir aber auch, dass das hier ist mein letzter Post dazu ist.

    Ich glaube kaum, dass sich aufgrund des Posts jetzt besonders viele Forumsteilnehmende ins nächste Henna-Studio stürzen und sich damit bemalen lassen. Aber egal.

    Ist eine Empfehlung für Soja dann auch gefährlich? Oder für Nüsse? :/ Ich meine, da gibts ja auch Allergiker....

  • Lymphödem und Tattoo ?

    • Marcus_Koller
    • 16. April 2026 um 18:58
    Zitat von Mariposa2024

    Den Hinweis auf Henna finde ich mehr als nur grenzwertig ... schwarzes Henna ist gesundheitsgefährdend .. https://www.bfr.bund.de/presseinformat…-henna-tattoos/ ... die hier als harmlos bezeichnete "Hautreaktion" ist nämlich nichts anderes als eine chemische Verbrennung und ausgesprochen schmerzhaft ... PPD kann schwere Verätzungen, Blasen und lebenslange Allergien auslösen. Ich weiß wovon ich spreche - vor ca. 25 Jahren hab ich mir ein solches Tattoo in Ägypten aufmalen lassen ... die Folgen waren nicht witzig und sehr schmerzhaft.

    Eine Reaktion auf Henna hat aber noch viel weitergehende Konsequenzen, so bedeutet die einmalige Sensibilisierung doch auch automatisch eine lebenslange Sensibilisierung. Allergische Reaktionen können auch bei anderen diaminhaltigen Produkten auftreten. PPD ist beispielsweise in Haarfarben erlaubt. Seit dem Henna-Tattoo kann ich keine Haarfarbe mehr verwenden, der Juckreiz ist unerträglich.

    Unbedenklich ist einzig und alleine das grüne Henna, welches aber auch kein schwarzes Tattoo hinterlässt sondern ein rotbraunes ... aber mal ganz ehrlich, wo ist das schon im Einsatz? ... Da muss man schon differenzieren, und Henna Tattoos als Alternative zu empfehlen, erachte ich als brandgefährlich und gesundheitsgefährdend.

    Oh man... ^^ Es ist doch insgesamt hier im Forum noch sehr "menschlich", gegenüber vielen anderen Foren. Warum müssen solche Postings sein, wenn es doch gar nicht um die Farbe des Henna ging und wir doch bei jedem Menschen voraussetzen dürfen, der sowas macht, im Vorfeld abzuklären, ob das für ihn auch funktioniert. Das Leben an sich ist halt irgendwie gefährlich. Und ja, ich kenne sogar Patienten mit Lymphödem, die sich tätowieren lassen haben und sie sind noch fit und der Arm ist noch dran. Trotzdem ist es keine generelle Empfehlung und auch kein generelles Verbot. Und immer wird irgendwer sich daran reiben und sagen, dass ist so aber nicht richtig.

    Heute habe ich eine Meldung gelesen, dass eine Studentin bei einer Liposuktion gestorben ist. Wahrscheinlich ein Fehler des Anästhesisten .. was sollen wir daraus ziehen?

    Keine Anästhesie mehr bei Operationen, weil man sterben kann????

    Bitte lasst uns doch alle nicht jede Erbse zählen und bei dem kleinsten Satz der uns vielleicht missfällt, direkt einen Kommentar dazu schreiben :saint:

  • Schmerzen im Arm mit Lymphödem

    • Marcus_Koller
    • 16. April 2026 um 18:45

    Aus physiotherapeutischer Sicht würde ich eine andere Idee anstoßen, nämlich die Muskulatur auf und um das Schulterblatt herum. Natürlich, es ist nur EINE von vielen Möglichkeiten, aber aus meiner Erfahrung heraus leider eine, die i.d.R. fast immer übersehen wird. Denn ein "heben sie mal den Arm" und "greifen sie mal auf den Rücken" hilft da diagnostisch wenig.

    Das Schulterblatt führt die Muskeln, die den Arm gegen die Schwerkraft mit dem Lymphödem heben und bewegen - was häufig bedeutet, dass sie massiv überlastet sind. Und nein, da hilft keine neuartige Übung im Selbstmanagement, sondern eine beherzte Behandlung durch eine Physio, die wirklich Ahnung von Muskulatur, Triggerpunkten und neuronaler Schmerzausbreitung dadurch hat.

    Mathi, wenn du willst, schreibe ich dir für die Physio da mal ein paar Zeilen zu. Schreib mir einfach eine Mail oder eine private Nachricht ;) Vielleicht ist es einen Versuch wert.

  • KI in der Medizin

    • Marcus_Koller
    • 16. April 2026 um 18:35

    Die Qualität der ärztlichen Befunde ist ja auch nur so gut, wie das Wissen und die Interpretation der jeweiligen Person, die sich die Sache ansieht. Das eine muss Hand in Hand gehen mit dem anderen. Nur wenn keiner beginnt etwas zu ändern, stehen wir in fünf Jahren immer noch an der gleichen Stelle.

    Ich bekomme oft eine Krise, wenn Patienten mir erzählen, wie eine Umfangsmessung im Sanihaus oder eine ärztliche Konsultation abgelaufen ist - oder ein Erysipel als "kleine allergische Reaktion" abgetan wurde. Und ja, in alle Richtungen gibt es natürlich positive und negative Beispiele.

    Mein Vater hat in den 80ern Lymphdrainage bei Vodder gelernt und als er als Masseur damals im Krankenhaus arbeitend davon erzählt hat, haben ihn die Ärzte ausgelacht und gesagt, wenn du meinst dass das hilft, kannst du es ja machen. Wo wären wir heute ohne die Manuelle Lymphdrainage?

    Und trotzdem ist nicht jedem Patienten mit Lymphdrainage geholfen - aber selbst wenn es nur eine kleine Verbesserung dadurch gibt, hat es doch schon eine Daseinsberechtigung. Und auch die Manuelle Lymphdrainage ist am Ende nur so "gut" wie die ausführende Person arbeitet. Homöopathisches Handauflegen bei manifestem Lymphödem ist auch heute teils noch Usus.

    Es ist ja kein ein Ersatz von Menschen, sondern eine Hilfestellung, evtl Probleme frühzeitig zu erkennen und daraufhin handeln zu können.

    Ich finde das Beispiel von, ich glaube DM, sehr gut, wo erprobt wird, eine KI als Hautscreening im Laden aufzustellen. Und darauf kamen direkt Kommentare wie "das ersetzt aber keine ärztliche Untersuchung".. das soll es ja auch gar nicht. Wenn ein Kunde aber dort mal einen Screen macht und er sonst vielleicht nie zum Arzt gegangen wäre und die Maschine eine Auffälligkeit findet mit dem Hinweis, bitte Arzt aufsuchen, ist das in meinen Augen eine Bereicherung für manche.

    Und wenn es eine App gibt, die eben Umfänge, Hautzustände etc. dokumentieren und interpretieren kann, wird auch das eine wertvolle Weiterentwicklung sein.

    Fehler passieren überall - die Kunst ist doch, daraus zu lernen, Schlüsse zu ziehen und sich selbst und die Technik weiterzuentwickeln.

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    • Marcus_Koller
    • 12. April 2026 um 18:03

    Moin Stephan,

    das wäre der Hammer 😄 und die ganze Geschichte noch als App für die Patienten, mit einer Vorgabe, wie und wo in welchem Licht wiederholt die Fotos gemacht werden sollen und eine Anleitung die eine einfache und kontinuierliche Kontrolle ermöglicht.

    Spukt das einfach in deinem Kopf oder ist da etwas in "Arbeit"?? 👀

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    • Marcus_Koller
    • 7. April 2026 um 18:50

    Moin Stephan,

    vielen vielen Dank für diesen unglaublich detaillierten Bericht deiner Geschichte der letzten Jahre.. Wahnsinn :thumbup:

    Ich drücke dir die Daumen, dass alles weiterhin in die richtige Richtung für dich läuft und bin gespannt, wenn du uns hier zwischendurch mal ein kleines Update deiner Geschichte erzählst.

    Dein Beispiel mit „Sie sind ein interessanter Patient – Sie machen die Dinge zuerst, die wir normalerweise zuletzt machen“ zeigt für mich wunderbar, dass wir alle noch ganz viel daran arbeiten dürfen, nicht nur nach medizinischer Logik oder Leitlinie zu denken, sondern auch mal über den Tellerrand hinaus und uns trauen, Dinge auszuprobieren.

  • Argo Plasma Straffung

    • Marcus_Koller
    • 9. März 2026 um 10:25

    Liebe Judith,

    wir behandeln häufig Patientinnen mit einer Straffung direkt nach der Lipo, bis jetzt ist der schlechteste Fall, dass die Straffung nicht den gewünschten Effekt mit sich bringt.

    Ob du das machen solltest oder nicht, muss dir aber die Praxis genau erklären und auch begründen, warum ja, warum nein.

    Klar, andere Stimmen dazu zu hören kann beruhigen, bedenke aber bitte, bei jeder Patientin reagiert das Gewebe ein wenig anders und selbst wenn du 10 Menschen hörst, wo alles super war, ist das keine Garantie für dich.

    Wir für uns haben gute Erfahrungen damit, auch in der Nachbehandlung, aber vielleicht meldet sich ja noch jemand, wo es gemacht wurde, um eine persönliche Geschichte zu erzählen.

    Uli29

    die Straffung wird häufig schon direkt im Anschluss an die OP gemacht, eine Art "Sklerosierung" im Sinne, dass das Gewebe nicht mehr schwellfähig wäre, ist dabei nicht zu befürchten.

  • Faszienmassage/Hüftschmerzen

    • Marcus_Koller
    • 9. März 2026 um 10:15

    Moin Nickypu,

    hast du einen gescheiten Orthopäden oder Physio um die Ecke, den du mal fragen kannst? Faszien alleine sind meist nicht der Auslöser und auch nicht irgendwelche Verkürzungen. Oft sind diese beiden Dinge "Verlegenheitsdiagnosen", bedeutet, wenn ich dir nicht genau sagen kann, wo dein Problem herkommt, ist es erstmal ein Muskel oder die Faszie schuld. Da wird evtl mehr im Busch sein, was deine Haltung, Stresslevel der Muskulatur und Kompensationsbewegungen betrifft. Das ist nicht schlimmer, aber bedarf einer guten und adäquaten Untersuchung!

    Hattest du zu den Schmerzen ein bestimmtes einmaliges Trauma? Sturz? Gestoßen?

    Du brauchst eine gescheite Diagnose zu deinem Problem, damit du die Ursache behandeln lassen kannst, nicht einfach mal über die Schmerzgrenze "reinmassieren" und gucken, was passiert. Hat dir diese Praxis eine sinnvolle Diagnose gestellt? Oder sagen die nur, Faszien verknotet?

    Zu deinem Lipödem, wie oben schon erwähnt, passt ein lokaler Schmerz eher weniger. Und die LWS ist ja schon die Schaltzentrale für Becken, Hüfte, Beine.. wenn da in der LWS etwas nicht mehr so arbeitet wie es soll, strahlt der Schmerz häufig nach unten aus.

    Bitte erst diagnostizieren lassen, was in der LWS los ist. Das Lipödem sollte sich durch die Massage nicht länger als einen Tag oder zwei schlechter anfühlen.

    Aber zu der eigentlichen Frage: nein, für dein Lipödem ist das nicht pauschal kontraproduktiv, sonder eher nur für ein paar Tage danach.


    Liebe Grüße

  • Lymphdrainage während Chemotherapie

    • Marcus_Koller
    • 30. Januar 2026 um 15:11

    Lieber Volker,

    die finale Antwort dazu wird dir die Uniklinik liefern müssen - ich kann dir aber eine therapeutische Antwort darauf liefern:

    Wenn dir die Lymphdrainage hilft, setze sie fort.

    Die Kernfrage dahinter ist ja, ist das Risiko (welches auch immer hier im Raum steht) größer, als der Nutzen durch die Lymphdrainage?

    Ich behandle viele Patienten während und nach der Chemo weiter, es hilft den Patienten und so weit ich weiß, gibt es keine Studie, die eine Chemo als als Kontraindikation listet.

    Falls deine Therapeutin den Hautkontakt scheut, kann sie natürlich Handschuhe anziehen. Aber auch dazu gibt es meines Wissens nach keine standhafte Kontraindikation.

    Ich hoffe, das hilft dir vielleicht ein Stückchen weiter.


    Liebe Grüße

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